Das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum ist eines der bedeutenden Völkerkundemuseen Deutschlands und das einzige ethnologische Museum der öffentlichen Hand in Nordrhein-Westfalen. Seine Sammlung umfasst rund 65 000 Objekte, 100 000 historische ethnografische Fotografien sowie eine überregional bedeutende Fachbibliothek mit 40 000 Bänden. In seinen Ausstellungen zielt das Museum darauf ab, im Kulturvergleich Verständnis und Respekt für außereuropäische Kulturen zu wecken. Thema der neuen Sonderausstellung (Laufzeit 11. Oktober 2013 – 27. April 2014) sind Rindenbaststoffe (oft allgemein mit dem polynesischen Begriff tapa bezeichnet) aus Ozeanien. Diese Stoffe werden aus der inneren Rinde bestimmter Baumarten in einem arbeitsintensiven Prozess hergestellt und können dann den jeweiligen Verwendungszweck entsprechend Natur belassen, flächig gefärbt oder mit Mustern bemalt beziehungsweise bedruckt werden. Das fertige Material wurde und wird als Alltags- Festtags- oder als Ritualkleidung getragen, diente Objekten wie zum Beispiel Götterdarstellungen oder kostbaren Materialien als Schutzhülle, wurde als Werteinheit im Güteraustausch geschätzt und trug und trägt über die Ikonografie Bedeutungsinhalte für ihre Produzenten und Nutzer. Es ist sowohl in Polynesien als auch in Melanesien weit verbreitet. Tapa hat als Objekt keine eindeutige Bedeutung, sondern steht im Spannungsfeld so unterschiedlicher Zuschreibungen wie Kunstwerk, Gebrauchsgegenstand und Ausdruck von Identität. Diese unterschiedlichen Zugangsebenen machen tapa sowohl künstlerisch als auch ethno-historisch besonders faszinierend. Es wird Aufgabe der Ausstellungsgestaltung sein, dieses Spannungsfeld und die unterschiedlichen Bedeutungsebenen erleb- und erfahrbar zu machen und die Objekte zwischen Kunst und Kontext zu verorten, ohne dabei klar Position zu ergreifen.
Zu großen Teilen stammen die historischen Objekte aus eigenen Beständen, allerdings kommen auch bedeutende Leihgaben aus nationalen und internationalen Institutionen. Insgesamt werden circa 250 Objekte auf einer Ausstellungsfläche von 1 400 m2 präsentiert.
Viele dieser Stoffe stellen eine konservatorische Herausforderung an die Ausstellungsgestaltung dar, da sie nur unter bestimmten Licht – und Lagerungsbedingungen präsentiert werden dürfen. Einige der Objekte sind sehr klein – eines der größten ist dagegen fast 60m2 groß. Es ist daher wünschenswert, dass die Teilnehmer des Verfahrens mit dieser Art von Objekten beziehungsweise der Ausstellung von natürlichen Fasern vertraut sind. Erwartete Leistungen umfassen die gesamte Ausstellungsarchitektur einschließlich Installation und Rückbau, die grafische Gestaltung aller Werbe-, Informations- und Presseunterlagen (Key Visual, Plakate, Flyer, et cetera) sowie die grafische Umsetzung der die Ausstellung begleitenden Publikation.
Verfahrensart Verhandlungsverfahren
Geplante Mindestzahl 3: und Höchstzahl 6
Zuschlagskriterien das wirtschaftlich günstigste Angebot in Bezug auf die Kriterien, die in den Ausschreibungsunterlagen, der Aufforderung zur Angebotsabgabe oder zur Verhandlung bzw. in der Beschreibung zum wettbewerblichen Dialog aufgeführt sind
Schlusstermin für den Eingang der Angebote oder Teilnahmeanträge 16.10.2012 – 14:00