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Stuttgart, Germany

Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart Neubau IHK

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Raumprogramm / program Neubau eines Büro-/Verwaltungs- und Veranstaltungsgebäudes für die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart

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Grösse / size
BGF 17.054 m2
HNF 8.175 m2
BRI 69.555 m2

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Entwurfsansatz

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Der vorgeschlagene Entwurf setzt auf einen vollständigen Neubau für die IHK Region Stuttgart ohne Erhalt von Teilen des Bestands. Nur so lassen sich aus unserer Sicht die geforderte Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz, Flexibilität und klare innere Ordnung auch tatsächlich ohne Einschränkung und halbherzige Kompromisse herstellen. Für die IHK eröffnet sich mit einem konsequent prozess- und energieoptimierten Gebäude die Chance, ein langfristiges Zeichen zu setzen und auch für zukünftige Entwicklungen gut aufgestellt zu sein.

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Als Reaktion auf die städtebaulichen Rahmenbedingungen und die gewünschten Zuordnungen im Raumprogramm wird mit einem „modellierten“ Block eine denkbar einfache Form vorgeschlagen – ein in sich geschlossenes Band. Dieses Band funktioniert als Einheit und wird auch als solche wahrgenommen, gleichzeitig ist es aber in der Lage, sowohl städtebaulich als auch architektonisch sehr differenziert zu den entscheidenden Seiten hin zu reagieren.

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Städtebauliche Einfügung | Topographie

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Die gefundene Gebäudeform leistet durch ihre Dynamik und Höhenentwicklung zwei wesentliche Dinge: Zum einen schmiegt sie sich ganz selbstverständlich an den Hang, hält auf diese Weise die wichtigen Blickachsen frei und zieht das Grün des Weinbergs ins Gebäude und bis hinunter an die Jägerstraße. Zum anderen bildet sie den charakteristischen schlanken und giebelständigen Riegel aus, mit dem sich der Neubau – so wie zuvor – in die Nachbarbebauung eingliedert und Präsenz Richtung Hauptbahnhof zeigt.

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Zwischen den zwei nahe liegenden Alternativen – Abstand zum Hang halten oder sich in ihn hinein graben – ist hier ein dritter Weg gefunden: Die unmittelbare Einbeziehung der Topographie in die Gebäudeform, die „Verlängerung“ des Weinbergs über das begrünte Dach des Hauses bis in den Innenhof hinein.

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Zur Jägerstraße hin werden ein großzügiger Vorplatz und eine eindeutig lesbare Eingangssituation ausgebildet. Von Westen her erfolgt der Zugang zum Foyer für Besucher und Mitarbeiter.

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Innere Organisation

Oberste Prämisse bei der inneren Organisation des Gebäudes war die Schaffung sinnvoller räumlicher Bezüge und einer klaren Orientierung. Im Gegensatz zum bisherigen Bestand – und damit auch zu den bewusst nicht integrierten Teilen des Bestands – soll keine additive, unübersichtliche Kombination kleinerer und größerer Einheiten entstehen, sondern ein von Tageslicht geprägtes, leicht zu erfassendes und vielfältig nutzbares Raumkontinuum.

Dem Altbau ist dieses wesentlich kompaktere Gebäude nicht nur im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit und Funktionalität, sondern auch auf die Atmosphäre überlegen: Es bietet mehr Licht und direkten Bezug zum Grün, durch den eingeschnittenen Innenhof bestehen diese Qualitäten auch bis tief ins Innere des Baukörpers hinein.

Die Organisation der Grundrisse erlaubt einerseits die Wahrung von Sicherheitsbedürfnissen und klare Trennungen, wo sie notwendig sind. Gleichzeitig lassen die ringförmige Struktur und die Vernetzung zwischen dem flacheren und dem höheren Gebäudeteil aber auch direkte funktionale Verbindungen zu, wo sie bisher nicht herzustellen waren.

Wie gewünscht sind das Service Center mit all seinen Funktionen sowie die eingangsnahen Referate direkt dem einlandenden Foyer zugeordnet. Vom Empfang aus fällt der Blick sofort zum Innenhof und der eleganten einläufigen Treppe ins 1. Obergeschoss, wo sich der Universalbereich befindet. Darüber liegt im 2. Obergeschoss der Seminarbereich.
Unter Ausnutzung der Topographie ist der Prüfungstrakt zweigeteilt im 3. Und 4. Obergeschoss angeordnet, so dass die Sicherheitsanforderungen für den sensibelsten Bereich der Prüfungserstellung einfach zu wahren sind. Der Bereich zur Prüfungsvorbereitung im 3. OG kann außerhalb der Prüfungszeiten als Meeting- und Konferenzzone für die Bürobereiche genutzt werden.

Bürowelten

Die ringförmige Grundrissfigur gewährleistet gut geschnittene, flexibel bespielbare Bürobereiche, die grundsätzlich natürlich belichtet und belüftet sind. Innerhalb der effizienten und optimal zu belichtenden Büroriegeltiefe von ca. 16 Metern erlaubt die Stellung der Stützen mehrere Optionen zur Möblierung der offenen Bürobereiche. So ergeben sich vielfältige Angebote für individuelles oder teambezogenes Arbeiten, bei denen die gebaute Umgebung die Arbeitsprozesse formen und befördern kann.

Erschließung | Anlieferung

Da das Haus ausschließlich von Süden her erschlossen werden kann, sind die jeweiligen Zugänge und Zufahrten getrennt voneinander, aber jeweils der Straßenfront entlang der Jägerstraße zugeordnet. Dabei steht der Besucher- und Mitarbeiterzugang im Zentrum der Aufmerksamkeit, währen die Zufahrt zur Tiefgarage an der westlichen und die Anlieferung an der östlichen Grundstückskante angeordnet sind. Der Weg zur TG führt am Vorplatz und den dort seitlich angeordneten Besucher- und Fahrradstellplätzen vorbei zur Zufahrtsrampe. Der Vorplatz ist so angelegt, dass er als VIP-Vorfahrt genutzt werden kann.

Landschaft

Das Freiraumkonzept bildet analog zum Gebäude und seiner „Aufwärtsbewegung“ zwei unterschiedliche Räume aus: Zum einen auf der unteren Ebene einen harten, repräsentativen, städtischen Platz, zum anderen auf der oberen Ebene eine weiche, begrünte Dachfläche, über die der Weinberg ganz unmittelbar in das Gebäude hineingeholt wird.

Der städtische Platz ist als Ort des Empfangs und der Begrüßung ausgebildet, er bindet das Haus in seine Nachbarschaft in der Jägerstraße ein. Ihn prägen eine ein ruhiges Wasserbecken, das Bilder der Umgebung reflektiert, und sein Belag aus dunklem Naturstein, beispielsweise geflammtem Granit. Die Besucherparkplätze sind entlang einer langen, von wildem Wein bewachsenen Wand angelegt.

Über die Grünfläche auf der Dachschräge findet der Weinberg seine ganz unmittelbare Fortsetzung. Im eingeschnittenen Innenhof wird das Bild der Stöcke auf dem Weinberg in einen vertikalen Stangenwald übertragen. Auch hier wächst wilder Wein im Wechsel mit großblättriger Aristolochia macrophylla.

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