© kadawittfeldarchitektur . Pubblicata il 28 Luglio 2009.
Der erste Gymnasiumsneubau seit 100 Jahren!
© kadawittfeldarchitektur . Pubblicata il 28 Luglio 2009.
Das Stadtviertel Riedberg wird sich in naher Zukunft als wegweisender Universitätsstandort Frankfurts etablieren. Gleichzeitig lassen sich dort weltweit agierende Technologieunternehmen nieder und die Bevölkerungszahl des Stadtteils erhöht sich um das Sechsfache. Nicht zuletzt deshalb soll Riedberg dem Begriff “Life Science Cluster”- vor allem zur internationalen Vermarktung – gerecht werden. Im Quartier “Mitte”, welches direkt an das Universitätsviertel grenzt, soll nun der erste Gymnasiumsneubau der Stadt Frankfurt seit nahezu 100 Jahren errichtet werden. Die gänzliche Neugründung der Schule ist auch eine Chance für das Gebäude, als zukunftsweisende Landmarke und als pädagogische Visitenkarte der Stadt Frankfurt wahrgenommen zu werden.
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Städtebau:
“Ein schlanker Solitär als Kultur und Bildungszentrum”
Die unmittelbare Umgebung des Wettbewerbsgrundstücks ist geprägt von heterogener Bebauung und des nördlich angrenzenden, großzügigen Grüngürtels.
Das Gymnasium, das Jugendhaus und die Sporthalle werden in einem lang gestreckten Gebäudekörper in Ost West Richtung vereint, um dem Landschaftsraum eine dezente räumliche Fassung und dem kleinteiligen städtebaulichen Kontext einen urbanen Baustein zu geben.
Darüber hinaus bildet der elegante, schlanke Solitär nun an der Schnittstelle der drei Quartiere Ginsterhöhe, Altkönigblick und Niederurseler Hang eine “ordnende” und vermittelnde Großform, die der städtebaulich wenig prägnanten Situation am Grüngürtel eine neue Mitte verleiht.
Um dem Anspruch eines Bildungs- und Kulturzentrums gerecht zu werden, und im Sinne einer in alle Richtungen offenen Geste, ruht der lang gestreckte, elegante Baukörper zentral am Wettbewerbsgrundstück
und entfaltet seine Wirkung als identitätsstiftende Landmarke.
Der Entwurf verzichtet damit bewusst auf die Bildung von geschlossenen Raumkanten an den Grundstücksgrenzen.
Unter dem scheinbar schwebenden, zweigeschossigen Gebäuderiegel ist das Erdgeschoß mit allen öffentlichen Funktionen des Gymnasiums ähnlich einer weitläufigen, fließenden Landschaft ausgebildet.
Diese neue Topographie verzahnt das Gebäude dennoch an den Grundstücksgrenzen mit der angrenzenden städtischen Struktur und dem Grüngürtel, ohne Barrieren zu bilden.
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Architektur
“Eine artifizielle Landschaft als Ort interkulturellen Austausches”
Das Schlagwort “Begegnungsschule” manifestiert sich im Erschließungskonzept des Entwurfes. Die artifizielle Landschaft mit eingeschobenen öffentlichen Zonen wie Aula, Sporthalle, Verwaltung, Jugendhaus und der Mensa bildet mit begrünten Intarsien das interkulturelle Begegnungs- Fundament der Schule.
Der Haupteingang des Gebäudes befindet sich direkt am Platzraum an der Kreuzung der Robert Koch Allee und der Friedrich Dessauer Straße. An dieser zentralen Stelle sind auch die Dreifachsporthalle und das Jugendhaus unabhängig voneinander erreichbar. Parallel dazu unterquert der geforderte Parklandschaftsstreifen den Schulriegel und ermöglicht eine öffentliche Durchwegung zum Park und die südlichen Ortsteilen.
Neben dem Haupteingang gibt es zwei weitere Zugänge, welche im weiträumigen Foyer- und Begegnungsbereich zusammenlaufen. Diese einfache und logische Zuwegung von allen wichtigen Richtungen unterstreicht die Offenheit der Gebäudestruktur. Die Schule ist mit öffentlichen Verkehrsmittel eben so gut zu erreichen, wie zu Fuß aus allen umliegenden Stadtquartieren.
Die Schulmagistrale bildet das Zentrum des Gebäudes. Sie ist Mittelpunkt, Lebensraum und Aufenthaltsfläche für Schüler und Lehrer. Die Fachbereiche Musik und Kunst, sowie die Mediothek und die Mensa die Schulmagistrale und laufen weit in den Außenraum hinaus und verweben inhaltlich und räumlich den Innen – und den Außenraum miteinander. Jeder Bereich erhält einen differenzierten Außenbereich, den Musikgarten, die Aulaterrasse, die Mensaterrasse, den Schulgarten und die Verwaltungsterrasse.
Drei Treppenhäuser, zwei davon mit Aufzügen, gewährleisten eine kurze, räumlich erfahrbare und funktional optimale Verbindung der Klassenzimmer mit dem offenen Foyerbereich und der Schulhoffläche.
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Räumliche Organisation
„Lebensraum Schule“
In den oberen beiden Geschossen befinden sich die Klassenräume der Unter-, Mittel- und Oberstufe, sowie der naturwissenschaftliche Bereich. Die Klassenzimmer sind jahrgangsbezogen gruppiert. Die Klassenräume der einzelnen Stufen reihen sich um jeweils eigene Bezugsräume, die sich als kleine Pausenhallen mit grünen Atrien darstellen und als Identitätsort der jeweiligen Jahrgangsstufe dienen. Je eine Ruheecke mit Blick über die Schulhoflandschaft sorgt für viel Aufenthaltsqualität innerhalb einer jeden Einheit. Auch die Aufweitungen an der Fassade können wie ein Wintergarten mit in das Unterrichtsgeschehen einbezogen werden. So öffnen sich auch die Klassenräume zum Außenraum.
Die Treppenräume unterteilen die Klassenbereiche in kleinere Strukturen. Sie dienen als Kommunikations- und Bewegungsraum und verbinden die Klassen auf schnellem Wege mit der Schulmagistrale. Die Stringenz der Klassenraumanordnung sorgt für eine optimale Wege-, Flächen- und Aufenthaltsraumstruktur. Neben der optimierten vertikalen Vernetzung zwischen Schulmagistrale im Erdgeschoss und den jahrgangsbezogenen Pausenzonen der beiden Obergeschosse sind die Klassenverbände auch noch horizontal verknüpft, um kurzen Wegen und informeller Begegnung Raum zu geben.
Das Jugendhaus und die Sporthalle sind ebenfalls mit in die Gebäudestruktur des Gymnasiums integriert. Die engen Verbindungen der drei Bausteine macht eine Mitnutzung der Räume sehr einfach. Das Foyer hält alle Funktionen zusammen.
Die Sporthalle ist zur Hälfte eingesenkt. Die Tribünen können ebenerdig begangen werden. Der Sportlerbereich und die Sportgeräte befinden sich auf dem Turnhallenniveau.
Das Jugendhaus bekommt eine eigene Adresse. Der dazugehörige Außenbereich schließt Terrassenartig an das Jugendhaus an. Ebenfalls können die Sportflächen mitgenutzt werden.
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Freiflächenkonzept
“Grüne Themeninseln als Entspannungsbuchten”
Die räumliche Anordnung der Fachbereiche und Aufenthaltsfläche entlang der Schulmagistrale drückt sich bis an die Grundstücksgrenzen durch. Die Pausen- und Sportflächen, sowie die intarsienartigen Terrassen formen die Freiflächen auf eine sehr landschaftlichen Art. Die Zugänge aus den vier Richtungen gliedern und strukturieren die Freiflächen in angemessener und gut verständlicher Weise.
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Leitbild und Inspiration für die Gestaltung der Freiflächen des Schulareals ist die ortstypische fließende Topographie des umgebenden Landschaftsraumes.
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Das neu Gymnasium ist geprägt durch das spannungsreiche Wechselspiel von Architektur und Landschaft, dem Dialog von Innen und Außen und geradlinigen und fließenden Formen. Die Schule formuliert mit ihren Freiräumen als “Filter” den Übergang vom Quartier zum benachbarten Kätcheslachpark.
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Die als “Mulden” ausgebildeten, gebäudenahen Freiräume werden durch eine durchgehende, fließende Gesamtgestaltung miteinander verbunden.
Der Höhenübergang zwischen den Mulden und den umlaufenden Freiflächen variiert je nach Nutzung und Lage. Sitzterrassen, Treppen, Pflanzenwände, Böschungen etc. Die Materialität der “Mulden” greift regionaltypische Strukturen, Farben, Oberflächen und Pflanzen auf, wie zum Beispiel Holz, Naturstein und Obstbäume. Jede Mulde entwickelt ihren eigenen Charakter und bildet je nach Exposition und Funktion offene, einladende oder geschützte und introvertierte Raumqualitäten aus. Die Freiräume stehen im direkten Zusammenhang mit den Nutzungen im Gebäude. Vom Musikgarten für gemeinsames Proben zur großzügigen Mensaterrasse bis zum Schulgarten im, der von den Schülern wechselnd gestaltet werden kann.
Die begrünten Durchwegungen der Schule erinnern an die landschaftstypischen Hohlwege der historischen Kulturlandschaft im Rhein-Main-Gebiet.
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Auf den asphaltierten Schulhöfen gliedern farbige Bänderungen mit aus den Bändern “herauswachsenden” und ”fließenden” Sitzbänken sowie freien Baumgruppen den Raum. Die Pausenflächen bieten großzügigen Raum für Spiel und Bewegung und gleichzeitig Rückzugsbereiche für kommunikatives Miteinander. Die offene Gestaltung ermöglicht das Beaufsichtigen der Pausenbereiche und gewährleistet Einsehbarkeit. Gleichzeitig schafft die Differenzierung Identität und Geborgenheit.
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Auf den Rasenflächen wird die Bänderung in Form von Steinlinien weitergezeichnet. Lockere Baumpflanzungen folgen den Linien. Freistehende, landschaftstypischen Gehölze wie Eiche, Ahorn und Buche betten die Freiflächen in die Landschaft ein.
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Auch die Stellplätze fügen sich in die Gesamtstruktur ein. Verdeckt durch eine kleine Böschung werden die geparkten Autos regelrecht unsichtbar. Der im offenen liegende Parkplatz kann so auf aufwendige Belüftungsanlagen gänzlich verzichten. Optisch unterstreicht es im der Robert Koch Allee zugewandten Seite den Eindruck, als würde das Volumen schweben.
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