Städtebauliches Konzept
Das städtebauliche Konzept folgt den Vorgaben des Sanierungszieles im Gebiet auf der einen Seite einen hohen Grünanteil mit der öffentlichen Durchwegung und Spielplätzen zu schaffen, sowie auf der anderen Seite mit dem neuen Baukörper die Sprache des Gebietes fortzuschreiben. Er nimmt Bezug auf die Struktur des vorhandenen Ludwig-Hoffmann-Baues, folgt dem Rhythmus der Fassaden zur Lasdehner Strasse und gibt sich selbstbewußt als ein mit dem Grünraum verwobener Solitär. Dabei ist die Ausprägung eines inneren Hofraumes ein wichtiger urbaner Raum für die Lerneinheit Grundschule 1.-3.Klasse.Dieser Hofraum nimmt bewußt Bezüge zu den historischen Gebäudeteilen auf. Eine campusartige Situation zwischen den Schuleinrichtungen kann entstehen. Die Geste des Sockelgeschosses und der Schultreppe unterstützt die Ablesbarkeit vom öffentlichen Straßenraum und innerem Schulraum.
Architektonische Qualität / Fassadenkonzept
Der Entwurf sucht bewusst eine Nähe zur Architektursprache des Hauptgebäudes. Es werden die Qualitäten verifiziert und in der Ausformulierung mit dem Einsatz einer strukturiereten Klinkerfassade als Abbild der Nutzung nach Außen getragen. Dabei wird der sommerlichen Wärmeschutz durch Überstände des Obergeschosses und perforierte Klinkerfassade nach Süden (Foyer-Flurbereich) berüchsichtigt.Die Qualifizierung der Klassen- und Betreuungsräume folgt den Vorgaben des Berliner Senates. Eine Kopplung beider Raumeinheiten ist in allen Klassenstufen möglich.
Die Ausbildung der Fassade als Klinkerfassade folgt nicht nur dem Einsatz eines sehr alterungsfähigem Materials. Mit der Qualifizierung des Mauerverbandes und einer für die Schule entwickelten Ornametgrafik verbindet sich Bautradition mit der heutigen kindlichen Bildwelt. So interpretiert die Fassade der neuen Grundschule die Vorgaben des Ludwig-Hoffmann Baues mit seinen Schmuckfeldern neu.
Funktionalität / Konstruktion
In der Verbindung von Parklandschaft, fließenden architektonischen Außenräumen(überdacht) und Innenräumen (Verkehrsflächen mit Aufenthaltscharakter) einsteht eine architektonische Lösung, die den Dimensionen und Wahrnehmungen der 5-8 jährigen folgt. Geschützte- und Bewegungsflächen bilden dabei das Rückrad.
Der Themenschwerpunkt „Natürliche Ressourcen und Biodiversität“ findet im Besonderen seine Reflexion in dem vorwiegenden Einsatz nachwachsender Baustoffe. Alle konstruktiven Bauteile beziehen sich auf den Baustoff Beton und alle Fassadenverkleidungen werden in Klinkern umgesetzt. Die Verbindung der beiden Baustoffe folgt der Berliner Bautradition mit örtlichen Rohstoffreserven. Sie erfährt jedoch in der dargestellten Anwendung eine neue Interpretation und setzt die Ergebnisse der modernen Materialforschungen um.