© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 14 Ottobre 2009.
Städtebaulicher Ansatz
Das Konzept schlägt eine Verdichtung im Spannungsfeld der Quartiere Schmelz und Italien unter Vernetzung der
neuen Bebauung mit den industriehistorischen Strukturen und den bestehenden Gebäuden. Das Straßennetz in
den neuen Quartieren leitet sich aus der orthogonalen Struktur der Untergrundbauwerke ab und wird verwoben
mit neuen Ost-West [Fußgänger-] Verbindungen zwischen Schmelz und Italien. Eine direkte stadträumliche
Verbindung geringer Distanz der beiden Quartiere ist die Grundlage für die erfolgreiche Vernetzung beider
Stadtviertel. Der Bahnhof Dudelange Usine wird durch einen neuen Bahnhofsplatzes auf der südöstlichen
Gleisseite aufgewertet und an das neue Gefüge angebunden. Ein städtebaulicher Akzent markiert den Eingang
des neuen Quartiers.
Das Verlegen der Route de Thionville an die Bahntrasse schafft eine Anbindung der ehemaligen Schlackenhalde
an die Stadt und bildet eine grüne Promenade zwischen Hauptverkehrsachse und Stadt. Im südlichen Bereich
spaltet sich die Promenade auf in die Allée de Thionville und den Cours des Hauts-Fourneaux, der auf der Achse
der ehemaligen Hochöfen verläuft. Die so begonnene Promenade verlängert sich in Nord-Süd-Richtung durch das
ehemalige Walzwerk begleitet durch den neuen Kanal, der in den Freizeitbereich mündet. Der entkernte Laminoir,
dessen Stützen und große Teile des Daches erhalten bleiben, wird ein in zwei Richtungen durchlässiges Element
und bietet sich als flexibel nutzbare Struktur an.
Das verdichtete Quartier zwischen den bestehenden Stadtvierteln ist als Mischgebiet konzipiert, dessen
Geschossigkeiten sich von der Route de Thionville nach Osten verringern. Das natürliche Plateau wird an die rue
de Volmerange durch die Überdeckelung des Platzes quasi ebenerdig angebunden, der Höhenunterschied nach
Westen über die Diagonale und ergänzende Treppenanlagen überwunden.
© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 14 Ottobre 2009.
Industriehistorische Strukturen
Das Ensemble aus Wasserturm, Verwaltungsgebäuden, Werkstätten und Hallen bildet zusammen mit den
Schienenstrukturen und der topographischen Situation ein deutlich wahrnehmbares Ensemble, das wir für den Ort
als Identität stiftend betrachten. Der Wasserturm ist darüber hinaus als Landmarke im Stadtbild von
übergeordneter Bedeutung.
Für die künftige Entwicklung eines Stadtquartiers erkennen wir hier eine kleinräumige Abfolge von Plätzen, die im
Zusammenhang mit quartiersbezogener Versorgung, Läden, Café und Restaurant, sowie einer Schule belebt
werden.
Aus diesen Räumen heraus entwickelt sich über die Wasserbecken der Übergang zum sogenannten
Schmelzpark.
Historisch bestimmten die Hochöfen in beeindruckender Weise die Stadtsilhouette. In axialer Verbindung dieses
Standorts zum Walzwerk ergibt sich in der Fortsetzung nach Norden ein visueller Bezug zu „Klein Italien“ und zur
Rue des Minières.
Aus dieser Orientierung im Stadtgefüge greifen wir diese Achse als Erschließungsraum auf. Die sogenannten „footprints“ der Hochöfen, werden zum Gestaltungsmerkmal eines Straßenraums mit Aufenthaltscharakter.
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Überlegungen zum erweiterten Betrachtungsraum:
Bereits bestehende Planungen für Italien werden berücksichtigt. Lücken in der bestehenden Bebauung im
Quartier Schmelz werden nachverdichtet, aber die Bebauung nicht ausgedehnt. Der nordöstliche Bereich des
Parkplatzes des Match sollte zur Schaffung einer städtischen Kante bebaut werden.
Für das Gelände der Galvanisierungsfabrik plädieren wir für den Rückbau und die Altlastensicherung im Sinne
einer Zuordnung zur Landschaft. Ziel wäre die sukzessive Bewaldung wobei bauliche Rudimente wie Mauern und
befestigte Oberflächen eine spannende Landschaft hervorbringen können. Der Rückbau erscheint auch sinnvoll
aufgrund der ungünstigen Verkehrsanbindung, die ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch neue Aktivitäten in
dem Bereich nicht verkraften würde.
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Nutzung
Im Anschluss an den Schmelzpark mit den genannten Nutzungen entwickelt sich südlich eine Mischnutzung aus
Wohnen, Nahversorgungseinrichtungen und Dienstleistungen mit verschiedenen Durchmischungsanteilen in den
einzelnen Baufeldern. Die vorgeschlagenen Wohntypologien von Geschosswohnungsbauten sowie 1 bis 2
Familienhäusern verschiedener Ausformung erlauben auch eine soziale Durchmischung.
Unter dem Dach des Laminoirs können nicht verkehrsintensive gewerbliche Nutzungen angesiedelt werden, z.B.
in Ergänzung zu der bereits angedachten Nutzung der anderen Halle durch die Filmindustrie. Der südliche Teil
des Laminoirs verschmilzt mit dem Freiraum und bietet Flächen für Freizeit und Jugendeinrichtungen [z.B.
Skaterpark]. Neben dem Laminoir befinden sich experimentelle Wohnformen, die im Selbstkönnen und kombiniert sind mit Flächen für freiberufliche Nutzungen sowie Dienstleistungen.
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