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Dudelange, Luxembourg

Strukturkonzept Schmelz Diddeleng

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Ausgangslage:
Das ehemalige Industriegelände von Dudelange weist spezifische Eigenschaften auf, die Grundlage für das hier vorgelegte Konzept bilden: Identitätsstiftende Merkmale, wie Wasserturm, Kasino, Walzwerk, die die Geschichte des Geländes erzählen Die Notwendigkeit der nahezu kompletten Versiegelung des neuen Quartiers, bedingt durch die Altlastensituation und die damit verbundene oberirdische Ableitung des Regenwassers Die bestehende Grünverbindung vom Gebiet zum Rathaus entlang des Düdelinger Baches Die fehlenden Verknüpfungen der angrenzenden Gebiete, die eigene Identität jedes dieser Quartiere Die vorhandene Filmindustrie

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Grundidee:
Der bestehende Stadtkern von Dudelange sowie die an das Planungsgebiet angrenzenden Stadtviertel sollen nachverdichtet und arrondiert werden. In der südlichen Hälfte des ehemaligen Industriegeländes entsteht ein neues Viertel mit eigener Identität, die sich aus der Geschichte der Eisenindustrie ableitet. Ein neues Kulturzentrum und Park um die denkmalgeschützten Gebäude des Wasserturms bildet den Knotenpunkt zwischen Bestand und Neuplanung.

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Genius Loci:
Das Walzwerk Arcelor ist durch seine Größe (600m Länge) eines der prägnantesten Gebäude des Planungsgebietes. Die durch die Tragstruktur hervorgerufene Raumwirkung ist in dieser Dimension selten und sollte erhalten bleiben. Dem Erhalt der Halle im Ganzen stehen städtebauliche Folgeprobleme gegenüber: Eine Großstruktur dieses Ausmaßes erschwert eine flexible Nutzung und damit die Chancen bei der Suche nach Investoren/ Mietern, die direkte Anbindung an eine Autobahn fehlt, der gesamte Zielverkehr beispielsweise bei einer Freizeitnutzung der Halle oder der Umnutzung zum Handwerkerpark o.ä. muss durch die Innenstadt geleitet werden und belastet diese zusätzlich. Die angrenzenden Seitenbereiche im Osten und Westen der Halle sind städtebaulich schwierig nutzbar (Enge des Tals, Maßstabssprung) Die Halle behindert den Kaltluftstrom entlang des Tals Sie ist ohne größere Investitionen in Tragstruktur/ Energiestandard, etc. nicht nutzbar.

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Ziel:
Ziel ist es die Raumwirkung der immensen 600m langen Halle und damit die Spuren der Geschichte durch die Schaffung eines öffentlich nutzbaren „Negativraumes“ zu erhalten. Durch Aufstauen des verdohlten Baches wird auf Grundriss der alten Halle, eine Wasserfläche geschaffen. Tragstrukturen und Einzelelemente der ehemaligen Halle werden als „Torelemente“ entlang der Wasserachse beibehalten. Entlang der Fundamente der ehemaligen Hochöfen wird die Achse in Form von Wasserterrassen fortgeführt. Beidseitig entlang der Wasserfläche entstehen Wohnviertel mit einzigartigen Qualitäten: Wohnen am Wasser auf der einen Seite und der Blick in die naturgeschützte Landschaft der umgebenden Hügel auf der anderen. Diese Wasserfläche erfüllt gleichzeitig ökologische Forderungen, wie die Versiegelung des Bodens und die Aufnahme, bzw. Rückhaltung aller Oberflächengewässer und das Freihalten der Kaltluftschneise. Über die Wasserfläche hinaus bestimmen weitere Merkzeichen die Identität und Orientierung des neuen Quartiers: Denkmalgeschützte Bauten werden bewusst freigestellt und bilden Endpunkte verschiedener Sichtachsen entlang der öffentlichen Räume des neuen Stadtteils.

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Städtebauliche Struktur/ Nutzung:
4 Quartiere – 1 Knoten:
Jedes der neuen Stadtquartiere erhält einen eigenen Charakter. Alle grenzen an den Kulturpark um den Wasserturm, der die Verknüpfung bildet

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Quartier 1:
Wohnen im Zentrum
Fortführung/ Nachverdichtung der Innenstadt entlang der Schlackenhalde. „Italien“ wird über ein Brückengebäude, welches Kino und Park-and Ride Parkhaus beherbergt, als Endpunkt des Wohnstreifens entlang der Route der Thionville verknüpft.

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Quartier 2:
Kulturquartier: Möglicher Schwerpunkt Film
Auftakt bildet der Wasserturm und die umgebende Bebauung. Das Gebäude des jetzigen Handwerksbetriebs wird erweitert und ergänzt die Nutzung des nationalen Filmarchivs/ Kino (CNA). Fortgeführt wird die Bebauung als Achse, die sich nach Süden hin öffnet und damit den Blick auf das denkmalgeschützte Direktionsgebäude (Nutzung als Quartiershaus) freihält. An dieser Achse befinden sich Einrichtungen des täglichen Bedarfs. Nach Osten schließt das Quartier an die bestehende Bebauung (Echerdallerklapp) mit einem Park an. Dieser Park bildet die Fortsetzung des bestehenden, bisher ungenutzten Park des Casinos. Casino und Kirche werden als Solitäre im Park hervorgehoben.

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Quartier 3:
„Italien“ Familienfreundliches Wohnen/ Schulzentrum:
Erweiterung südlich des Quartiers Italien mit familienfreundlichem, individuellem Wohnen, Erweiterung des Schulzentrums im Westen. Eine Grüne Fuge im Talgrund zwischen neuer und bestehender Bebauung betont die besonderen Lage und Topographie „Italiens“.

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Quartier 4:
Wohnen am Wasser: Die Wasserfläche entlang der ehemaligen Halle des Walzwerks und den Hochöfen bildet die zentrale Achse des neuen Quartiers. Die Bebauung schließt sich zur Straße/ Schiene und öffnet sich zum Wasser. Am Quartiershaus entsteht ein zentraler Platz mit weiteren öffentlichen Einrichtungen (Kita, Ärztehaus, Gastronomie), die östlich davon liegende Achse mit Einrichtungen des täglichen Bedarfs verbindet den „Bürgerplatz“ mit dem Kulturplatz im Norden.

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Eine Schule mit überregionaler Bedeutung (Gymnasium) entsteht an prominter Stelle an der neu entstehenden Trambahnhaltestelle zu Beginn der Wasserfläche und an dem ehemaligen Eingangstor.

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Knoten Kulturpark: Der Kulturpark bildet Zentrum und Verknüpfungspunkt aller angrenzenden Quartiere. Die zentralen Einrichtungen werden durch den Wasserturm und die umgebenden Gebäude gebildet, die die Nutzung des Filmarchivs fortführen und Einrichtungen der luxemburgischen Firmindustrie beherbergen (Museum, Filmhochschule, Produktionsfirmen…) Der Bahnhof „Italiens“ wird über eine großzügige Platzfläche integriert. Auf dieser Fläche befinden sich Veranstaltungsflächen für Openair Filmvorführungen, Sommertheater, Flohmärkte u.ä. Die Route de Thionville wird unter der Platzfläche geführt, sodaß eine ebenerdige Querung zum Bahnhof und nach Italien möglich wird.

SA Internationales Stadtbauatelier, Stuttgart
reconsite – TTI GmbH, Stuttgart
Planungsgruppe Landschaft und Raum, Stuttgart
Körting Ingenieure, Hamburg

Leco

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