Europaconcorsi

Berlin, Germany - Concorso - Settembre 2009
AFF architekten, Birgit Hammer
Erläuterungsbericht Sporthalle Schönholzer Straße
Rimborso spese del concorso: Nuova palestra in Schönholzer Straße. Berlin Pankow - Sporthalle an der Neuen Schönholzer Straße in Berlin-Pankow
Section1
Pubblicato il 02 Novembre 2009

Städtebauliche Einordnung und Freiraum

Die Aufgabe umschreibt das Ziel eine städtische Struktur aus Wohn-, Verwaltungs- und Bildungsbauten mit einer Sportanlage zu ergänzen, welche die Rolle eines Vermittlers zwischen den städtischen Funktionen einnimmt. Hierbei ist nicht nur die Anordnung des neuen Baukörpers, sondern auch die der zukünftigen Sportfreiflächen zu betrachten. Die schulischen Gebäude befinden sich alle im Blockinneren. Die Zugänge werden grundlegend über Freianlagen erschlossen. Hierbei verdient besonders die Eingangssituation der Reinhold-Burger-Oberschule eine Aufwertung. Diese wird durch den neuen Sportkomplex konsequent umgesetzt. Die Anlage schließt die Straßenflucht zur Neuen Schönholzer Strasse. Ein Vorplatz und eine Passage ist die Antwort auf den unbefriedigenden Zustand der Eingangssituation der Reinhold-Burger-Oberschule. Die Kubatur der neuen Sporthalle umschreibt dabei einen fließenden Raum, in dem sowohl die Schüler des 4-flügeligen Schulkomplexes des Carl-von Ossietzky-Gymnasiums / Arnold-Zweig-Grundschule / Jugendkunstschule im Südosten als auch die der Reinhold-Burger-Oberschule zusammentreffen.

Mit der Chance, die erforderlichen Außensportanlagen auf der weiträumigen Dachplattform anzuordnen, eröffnete sich die Möglichkeit auf Erdgeschossebene großzügige Aufenthaltsflächen vorzusehen. Der Vorplatz, die Passage sowie die Gymnastikwiese nördlich der Sporthalle werden als Freiräume differenzierter öffentlicher Qualitäten beschrieben. Der Vorplatz zum Straßenraum mit Fahrrad- und Behindertenstellplatz ist ein frequentierter Ort, der Schulhof eine introvertierter Ort und die Gymnastikwiese ein zu den Wohnanlagen orientierter ruhiger Ort. Die Gestaltung des Oberflächenbelages reagiert auf diese unterschiedlichen Zonen. Mit der konsequenten Verwendung zweier charakteristischer geometrischer Formen – den fünf- und sechseckigen Teilstücken, aus denen ein Fußball zu einem Ikosaeder, also einer Kugel zusammengesetzt ist – wird ein Freiraum texturiert, der die beiden Schulstandorte miteinender verknüpft (und jeglicher hierarchischer Ordnung widerspricht). Durch Verdichtung und Auflockerung entstehen dennoch verschiedene und prägnante Raumeindrücke und intensiver und weniger intensive Bereiche der Fluktuation (der Durchwegung). Während das Verhältnis von Grünfläche zu befestigter Fläche im Bereich des Vorplatzes weitgehend ausgeglichen ist, ist die Passage durch einen nahezu durchgängig steinernen Charakter geprägt und erfährt nur im Bereich der Lichtöffnung eine Unterbrechung – verstärkt durch eine Baumpflanzung, die das Dach der Sporthalle durchbricht und so die Verbindung von Innen und Außen unterstreicht. Nördlich der Sporthalle verlaufen die sechseckigen Betonplatten sowohl vereinzelt auf der Gymnastikwiese als auch auf dem Gelände der Reinhold-Burger-Oberschule. Die Verzahnung des bestehenden Belages sowie der Betonplatten schafft so eine Einheit zwischen Alt und Neu. Innerhalb der fünfeckigen Aussparungen im Plattenbelag bilden die Bestandsbäume im Bereich des Vorplatzes ein Baumdach, unter dem Sitzpodeste zum Verweilen und sich Treffen einladen. Im Bereich der Gymnastikwiese erfolgt eine Neupflanzung. Im Bereich der Grundstücksgrenze zum Mälzereigelände ist ein Behindertenstellplatz vorgesehen. Des Weiteren wird die dafür notwendige Gehwegsüberfahrt auch für den Zugang der Feuerwehr genutzt. Eine weitere Feuerwehrzufahrt befindet sich im Zugangsbereich zur Reinhold-Burger-Oberschule.

Stellung zu den Einzeldenkmalen und dem Denkmalbereich

Durch die bewusste Verbindung von Hallenkomplex und Freisportanlage entsteht ein neuer Bautypus der die Lesbarkeit der Denkmalansprüche der umgebenden Gebäude bewahrt. Er setzt sich in seiner Höhenausbildung bewusst unter die Trauflinien dieser Gebäude. Seine Baugrenzen und Gebäudelängen zonieren die Freiflächen im Sinne von Platzbildungen ohne die prägende Dominanz der denkmalwürdigen Gebäude einzuschränken.

Baukörper und Materialsprache

Mit der Verbindung von Sporthalle und Freisportfläche wird ein konsequent funktionaler Baukörper geschaffen. Bewusst sucht der Entwurf daher diese Haltung in der Wahl der haptischen und optischen Oberflächen fortzusetzen. Alle straßen- und platzseitigen Außenwände ordnen sich daher dem Charakter des Quartiers unter, ohne jedoch auf eine Eigenständigkeit zu verzichten. So bezieht sich die Klinkerfassade auf die vorgefundene Ornamentik und entwickelt sie zu einer Textur weiter. Der Wechsel von Materialoberflächen wie gebrannt und glasiert sowie das Aussparen von Einblicken eröffnet eine eigene Lesart von Transparenz. Im Bereich der Passage wechselt dieses Entwurfsmotiv zu einer vollständigen raumhohen Verglasung und gibt den Blick in die beiden Hallen frei. Damit wird nicht nur der Eingang in den Hof der Reinhold-Burger-Oberschule begeleitet, sondern auch der Sport öffentlich.

Progettisti
AFF architekten, Birgit Hammer
Collaboratore
Gruppo di progettazione
Martin Fröhlich, Sven Fröhlich, Ulrike Dix, Fransizka Sturm, intern: Andrea Kuhn
Consulente
Paesaggio
Birgit Hammer, Ulrike Brinsa
Immagini (8)
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