© Bez + Kock Architekten . Published on December 01, 2009.
Basaltkubus zwischen Birken
© Bez + Kock Architekten . Published on December 01, 2009.
Der Neubau des Deutschen Generalkonsulats fügt sich als schlichter und eleganter Natursteinkubus in einen ausgelichteten Bereich der vorhandenen Parkeinlage ein. Er erinnert dabei in Proportion und Ausdruck an das Bild einer zeitlos klassischen Villa im Park die von einzelnen Bäumen und Baumgruppen umspielt wird. Helle Birken kontrastieren mit der dunklen Basaltfassade des Konsulates.
Zur Bolschakowstraße hin bleibt die Fassade des skulptural aufgefassten Baukörpers weitestgehend geschlossen. Lediglich im Bereich des Haupteingangs springt die Fassade zurück und definiert so eine einladende überdachte Zugangssituation. Ein über die gesamte Gebäudelänge durchlaufender Fensterfries entlang der Dachterrasse erweist der Stadtöffentlichkeit Referenz. Zu den attraktiven Parkseiten hin öffnet sich das Volumen mit einem klaren Rhythmus vertikaler Öffnungen. Übergeordnete Bereiche und eingeschnittene Balkonsituationen mit doppeltem Öffnungsmaß gliedern und akzentuieren den Baukörper.
Die Wache wird, in derselben Materialität wie das Hauptgebäude gehalten, an der Grundstücksgrenze seitlich des Generalkonsulats platziert, so dass der Blick auf das Hauptgebäude unverstellt bleibt. Der mittig angeordnete Wachraum verfügt über eine sehr gute Übersicht und trennt gleichzeitig Fußgänger- und Fahrzeugverkehr. Kurze Fußwege führen von der Wache zu Visastelle und Haupteingang.
© Bez + Kock Architekten . Published on December 01, 2009.
Funktion und Repräsentation
© Bez + Kock Architekten . Published on December 01, 2009.
Der über vier Etagen entwickelte Grundriss des Generalkonsulats versucht die formulierten hohen Ansprüche an Funktion und Repräsentation in Einklang zu bringen und dabei den Eindruck eines herkömmlichen Bürogebäudes zu vermeiden.
Die verschiedenen Funktionsbereiche des Raumprogramms werden zu kompakten Raumgruppen zusammengefasst. Die so entstehenden Blöcke werden nach räumlich-architektonischen und funktionalen Kriterien innerhalb des Gesamtvolumens frei angeordnet. Die entstehenden Zwischenräume schaffen eine attraktive offene Raumsequenz durch sämtliche Geschosse.
Die Visastelle ist entsprechend der funktionalen Vorgaben organisiert und aufgrund der großen Besucherfrequenz unmittelbar im Erdgeschoss angeordnet. Ein großzügig dimensionierter Wartebereich mit Blick in den Park gewährleistet einen angenehmen Aufenthalt in der Visastelle. Neben der Schleuse befinden sich im Erdgeschoss noch die beiden Räume für Rechts- und Konsularwesen sowie die Botenmeisterei.
Über eine großzügige offene Treppenanlage gelangt der Besucher in den Leitungsbereich im 1.Obergeschoss der als überhohe Belétage ausgebildet ist. Ein weit geschnittenes Foyer mit vorgelagertem Balkon zum Park schafft eine angemessen repräsentative Raumsituation für Empfänge im Haus. Den Räumen der Generalkonsulin und ihres Stellvertreters ist ein zusätzlicher individuell nutzbarer Balkon zugeordnet. Im rückwärtigen Bereich der Etage befinden sich in kompakter Anordnung die IT-Räume.
Das Treppenhaus führt als einläufige Treppe hinauf ins 2.Obergeschoss. Hier sind in zwei versetzt angeordneten Raumspangen die Büros der Mitarbeiter angeordnet. Zwei räumliche Aufweitungen an den beiden Enden des Flures mit räumlich gefassten Dachterrassen schaffen auch hier eine hohe Aufenthaltsqualität für die Mitarbeiter des Generalkonsulates.
Die konzentrierte Anordnung der Büros auf einer Etage sichert kurze Wege und somit ein effizientes Arbeiten im täglichen Betrieb.
Die Zufahrt zur im Sockelgeschoss angeordneten Tiefgarage erfolgt auf kurzem Wege von der Kfz-Schleuse. Die Garage kann aufgrund der vorhandenen Topographie natürlich gelüftet werden. Lagerräume und Hausmeisterwerkstatt sind über das interne Treppenhaus sowie den Aufzug direkt an die übrigen Bereiche im Haus angebunden.
© Bez + Kock Architekten . Published on December 01, 2009.
Freianlagen
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Der Entwurf versteht das Konsulat als ein „Gebäude im Park“, insofern wird das Gelände im Duktus der umgebenden Parklandschaft gestaltet. Wichtige Einzelbäume und Baumgruppen werden erhalten, der Boden mit Wildrasen gestaltet, so dass die schmiedeeiserne Einfriedung in ihrer optischen Wirkung zugunsten eines durchgehenden, großzügigen Parkcharakter zurücktritt. Gehölze die zu nahe am Sicherheitszaun stehen, werden entfernt und an anderer Stelle durch Baumneupflanzungen ersetzt. Diesem Ansatz folgend wird auf gärtnerische Elemente weitgehend verzichtet, was zudem einen geringen Pflegeaufwand gewährleistet. In die Rasenflächen werden auf größeren Flächen Narzissen eingebracht, die im Frühjahr kräftige Farbakzente setzen. Die Erschließung erfolgt zurückhaltend und flächensparend durch einen geraden Stichweg an der Ostseite des Geländes. Das Konsulat kann sich so prominent zur Bolschakowstraße hin präsentieren, wobei der Blick durch schöne Einzelbäume und Baumgruppen gerahmt und akzentuiert wird. Der Stichweg verläuft im Bereich der Schleusen eben und führt dann als Rampe hinunter zur Tiefgarageneinfahrt. Fußweg und Fahrspur werden mit einem hochwertigen Granitpflaster belegt, so dass der Eindruck einer Tiefgarageneinfahrt zugunsten eines hochwertigen Zugangs zum Garten vermieden wird. Besuchern des Gartens steht dabei eine breite Treppe zur Verfügung, im Garten selbst stehen Sonnenschirme, Stühle und Bänke für Veranstaltungen bereit. Das Oberflächenwasser wird gesammelt und an der am tiefsten gelegenen Nordflanke des Geländes mithilfe unterirdischer Kieskörper versickert. Die Zugänge zu Kanzlei und Visastelle erfolgen barrierefrei. Ein Zaun trennt beide Zugangsbereiche entsprechend der Sicherheitsanforderungen ohne allerdings einengend zu wirken, da die zweite innere Abtrennung an die Westseite des Gebäudes verlegt wird. Das Konsulat präsentiert sich damit auch den Besuchern der Visastelle offen und freundlich.
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Material und Konstruktion
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Der Neubau kann als klassische Stahlbetonkonstruktion mit tragenden Wänden und Flachdecken wirtschaftlich und zügig errichtet werden. Die Aussenhaut aus tragend aufgemauertem Basaltmauerwerk verleiht dem Haus eine dauerhafte und hochwertige Erscheinung und ist, genau wie die WK3-Fenster aus eloxiertem Aluminium praktisch wartungsfrei. Übergeordnete Innenwände sind foyerseitig ebenfalls mit Basalt bekleidet und tragen die skulpturale Qualität auch ins Innere des Hauses. Der sommerliche Wärmeschutz erfolgt über verdeckt eingebaute aufrollbare Edelstahlgewebe deren Lamellenprofil zudem eine Lichtlenkfunktion zur optimalen Tageslichtausnutzung mit sich bringt. In den Foyerbereichen ist als Natursteinbelag aus Tauerngrün vorgesehen, der gemeinsam mit den weiß verputzen Wänden und Decken sowie dem Einbaumobiliar in Eiche einen schönen Dreiklang bildet. In den Büroräumen soll ein Parkett in Räuchereiche vorgesehen werden. Sämtliche Beleuchtungskörper sind flächenbündig in die Decken eingelassen.
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Haustechnik
Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über den Fernwärmeanschluss. Wärmeverteilung im Gebäude über Fußbodenheizung und Heizkörper. Für die Sicherstellung der geforderten Redundanzen elektrischer Strom und Wärme wird folgendes System vorgeschlagen:
Anstelle eines Notstromaggregates wird ein Block-Heiz-Kraftwerk (BHKW) installiert. Bei Ausfall der Strom- oder Wärmeversorgung wird dieses aktiviert. Die geforderte Notstrom-leistung (90 kVA) entspricht einer Wärmeleistung von ca. 140 kW und deckt sich in etwa mit dem Wärmebedarf des Gebäudes. Das Gebäude wird mit einer mechanischen Be- und Entlüftungsanlage für die Frischluft-versorgung ausgestattet, Begründung wie folgt:
- Nur mit einer kontrollierten mechanischen Lüftung, mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, ist ein wirtschaftlicher Energieverbrauch (Heizenergie) möglich.
- Die mechanische Lüftung ermöglicht über entsprechende Filtertechnologie eine kontrollierte Luftqualität im Gebäude.
Die klimatischen Rahmenbedingungen mit langen harten Wintern und kurzen Sommern ermöglichen den Einsatz von Erdkollektoren für die Kältegewinnung. Die Kühlung der Zuluft erfolgt ausschließlich über den Kältegewinn aus Erdkollektoren. Anforderungen der regionalen Behörden, wie eventuell erforderliche Sprinklerung Tiefgarage oder Versickerung Regenwasser in frostsicherer Tiefe sind entsprechend berücksichtigt.