© Kleihues + Kleihues . Published on February 04, 2010.
Das Kongresshaus: Neuer Baustein im Stadtpanorama
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In das weltberühmte Heidelberger Stadtbild wird ein neues Bauvolumen eingefügt, dessen Ausmaße sich wesentlich aus den inneren Funktionen ergeben. Es ergänzt die bestehende Stadthalle und bildet zusammen mit dieser einen zusammenhängenden Organismus, der auf vielfältige Art bespielt werden kann. Die herausragende öffentliche Bedeutung des Baus rechtfertigt seine Solitärstellung im städtischen Raum. Sie führt darüber hinaus auch zu der zeichenhaften Ausbildung des gläsernen Volumens, das den Kongresssaal beinhaltet.
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Alt- und Neubau werden so miteinander verschmolzen, dass sie eine Einheit bilden, zugleich aber als autonome Architekturen erkennbar bleiben. Das Bindeglied bildet eine zweigeschossige gläserne Eingangshalle deren vertikale Gliederung sich am Bestandsbau orientiert und in den Neubau überleitet. Den westlichen inneren Abschluss der Halle bildet die Altbaufassade, die in ihrer Struktur weitestgehend erhalten bleibt. Der Bestandsbau dient für den Erweiterungsbau als maßgebliche Referenz sowohl hinsichtlich der Massstäblichkeit als auch der Gliederung der Fassadenflächen und des verwendeten Materials.
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Die unmittelbare Lage des Wettbewerbsgebiets am Neckarufer wird als besondere Chance begriffen. So ist der Neubau neben seiner Bindung an das Bestandsgebäude eng mit der Uferpromenade verzahnt. Das Volumen steht aus der nördlichen Bauflucht der Stadthalle hervor, wodurch es aus der Blickachse der Uferpromenade sichtbar und von dieser sogar durchdrungen wird. Durch den fließenden Übergang von der Ufermauer in den Sockel des Gebäudes, wird das neue Kongresshaus vom Neckar aus gesehen zu einem Teil des Stadtkörpers. Diese Wirkung wird verstärkt durch die Verwendung des für die Stadt typischen roten Sandsteins, wodurch sich der Neubau quasi in die „Galerie“ der bedeutenden Heidelberger Bauten einreiht. Aus der Blickachse der Bienenstraße ergibt sich bei der Annäherung an das neue Kongressgebäude ein ganz anderes Bild: Die in der Verlängerung des Straßenverlaufs liegende gläserne Eingangshalle, die in das Innere des Kongresshauses leitet, wird zum „Filter“ für den Blick aus der Stadt auf den Neckar und das gegenüberliegende Ufer und gibt diesem eine ganz neue Dimension.
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Funktion und Nutzung
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Bei der Konzeption der funktionalen Zusammenhänge steht die Flexibilität im Mittelpunkt. So können durch die Anordnung der Hauptzugänge sowie der neuen Funktionsbereiche sowohl getrennte Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte im Bestandsgebäude und parallel Tagungen im Neubau, als auch Großveranstaltungen, wie z.B. Bälle, stattfinden, bei denen die Räume beider Gebäudeteile zusammen geschaltet werden. Ein reibungsloser und wirtschaftlicher Betrieb des Gebäudes wird darüber hinaus insbesondere durch die folgenden Merkmale gewährleistet:
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· Zentrale Anordnung von Informations- und Registrierungscounter,
Garderobe und WCs im Foyerbereich
· Foyer und multifunktionale Ausstellungsfläche als Raumverbund
· direkte Anbindung der Satellitenküche/ Abräumstation an die
multifunktionale Ausstellungsfläche
· Kongresssäle je nach Veranstaltungsprofil variabel teilbar.
· Anordnung eines großzügigen Prefunction- Bereichs vor den
Kongresssälen
· Anlieferung im Erdgeschoß, dadurch Vermeidung von Rampen bzw.
Verringerung der Baukosten*
· Verbindung von Anlieferungsbereich mit Satellitenküche,
Restaurantküche und Bühnenbereich im Bestandsgebäude über
Lastenaufzüge und Servicekorridor im UG
· Restaurant mit Orientierung zur Uferpromenade (eigener Zugang
/Präsens im öffentlichen Raum /Terrassennutzung) bei gleichzeitiger
Anbindung an den Foyerbereich
· Anordnung der Satellitenküche in unmittelbarer Nähe zum Ballsaal für
Bankettveranstaltungen
· witterungsgeschützter Zugang von der neuen Tiefgarage unter dem
Jubiläumsplatz zum sowohl zum Bestands- als auch Neubau
*Die Rangierflächen im Anlieferungsbereich sind gemäß Auslobung für
18m lange Sattelzüge nachgewiesen. (Üblicherweise beträgt die
Länge dieser Fahrzeuge 16m.)
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Außenbereich
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Bei der Gestaltung des Außenbereichs werden die wesentlichen Merkmale der für die Realisierung vorgesehenen Siegerentwurfs für die Neckaruferpromenade beibehalten. Lediglich im Bereich des Kongresshauses wird die Ausbildung der Ufermauer und der daran anschließenden Freitreppen geringfügig abgewandelt. Die am Jubiläumsplatz im Bereich der Ufermauer vorgesehene Pergola wird für die räumliche Fassung der Rampenanlage für die neue Tiefgarage genutzt.
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Technische Gebäudeausrüstung
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Hervorragender winterlicher und sommerlicher Wärmeschutz führen zu minimalen Energieverbräuchen (Heizung/Kühlung/elektrischer Energiebedarf). Die benötigten Gesamtluftmengen zur Be- und Entlüftung personenintensiver Bereiche sowie nicht natürlich belüftbarer Bereiche betragen ca. 64.100 m³/h. Die Gesamtheizleistung von ca. 315 kW soll über eine Wärmepumpe dargestellt werden, die sich aus einem Jahreszeiten- Pendelspeicher der Umweltenergie bedient. Der Jahreszeiten- Pendelspeicher (21 Sonden, 200 m) liefert ca. 50% der Gesamtkühlenergie von 500 kW, die Wärmepumpe weitere 50%. Das Rückkühlwerk der Kältemaschine dient in den Abendstunden zur Aufbereitung von Kühlwasser durch Freie Kühlung. Regenwässer können über die Dächer gesammelt, aufbereitet und als Brauchwasser den Toiletten zugeführt werden. Der unterhalb der künftigen Uferpromenade verlaufende Entwässerungskanal wird im Bereich des neuen Kongresshauses als Düker ausgebildet. Die elektrische Energieversorgung erfolgt aus dem Netz 345 kW, gleichzeitig) und wird ergänzt durch eine Netzersatzanlage (80 kW) sowie eine Batterieanlage. Solarenergie soll durch eine PV-Dickschichtanlage genutzt werden, Peakleistung ca. 98 kW.
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Die gesamte Systemlösung ist prinzipiell dargestellt.
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Hochwasserschutz
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Im Fall des 100-jährigen Hochwassers werden die zum tiefliegenden Ufer orientierten Öffnungen im Bereich des Restaurants über mobile anschraubbare Schotten abgedichtet.