© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 17 Febbraio 2010.
Der Ort:
© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 17 Febbraio 2010.
Das Areal Vogelsang, ist geprägt durch seine hochplateauartige Lage, beeindruckenden Fernsichten in den Naturpark Eifel, die weitläufigen Grünanlagen mit punktuell auftretenden, historisch belegten Gebäuden oder baulichen Anlagen, die sich zum Adlerhof konzentrieren und durch ein vielfältig gespanntes Wegenetz mit einander verbunden sind.
© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 17 Febbraio 2010.
Die verkehrliche Erschließung des Areals wird in Zukunft ausschließlich über die Haupterschließungsstrasse erfolgen, die mit der Endhaltestele „Adlerhof“ in einer Busvorfahrt vor dem Ostflügel des Adlerhofes endet. Direkte Zufahrten zu den einzelnen Nutzungen sind der Anlieferung vorbehalten. Besucher des Geländes sowie der zukünftigen Einrichtungen Jugendherberge und Jugendwaldheim, die nicht mit dem Bus anreisen, werden auf den Besucherparkplatz zwischen Kino und Malakoff-Gebäude geleitet und müssen von hier fußläufig die Nutzungen erschließen.
© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 17 Febbraio 2010.
Das Wettbewerbsgebiet liegt westlich der Haupterschliessungsstrasse zum Adlerhof ,der als bauliche Anlage wie auch inhaltlich als zukünftiges Forum Zentrum für den Standort Vogelsang sein wird. Nördlich und östlich grenzt an das Wettbewerbgebiet an den Nationalpark Eifel in Form einer bewaldeten Hangkante. Südlich zum Wettbewerbsgebiet setzt sich das Areal Vogelsang fort.
© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 17 Febbraio 2010.
Die Wettbewerbsaufgabe beschreibt mit dem Neubau einer Jugendherberge und eines Jugendwaldheimes die ersten Neubauten nach der militärischen Nutzung auf dem Areal Vogelsang, das durch seinen Gebäudebestand aus der Zeit des Nationalsozialismus und der damit verbundenen ideologischen Symbolik geprägt ist.
© Christian Bauer & Associés Architectes . Pubblicata il 17 Febbraio 2010.
Über ihre Nutzung hinaus werden damit die neuen Wettbewerbsbauten zu ersten Beispielen im Umgang mit dem historischen Baubestand und der baulichen Neuinterpretation Vogelsangs als Ort der Toleranz, des friedlichen Miteinanders und der intensiven Naturbegegnung, getragen von der Leitidee der zukünftigen Entwicklung des Standortes Vogelsang :
„Ein historisch belegter Ort wird behutsam in die öffentliche Nutzung genommen. Baulich und strukturell wird dieser Transformationsprozess begleitet und sichtbar gemacht. In die geschichtlichen Strukturen werden markante Interventionen und Füllformen eingebracht“.
Die Auseinandersetzung
Auf der Basis des Gedankens „Mit Geschichte umgehen heißt sie nicht zu ignorieren sondern als Bestandteil der Gegenwart zu akzeptieren“ wird die Redoute innerhalb der neuen baulichen Anlage nicht zum musealen Relikt als Sinnbild einer zeitgeschichtlichen Epoche, sondern durch das gewählte Baukörperkonzept wird die Leitidee des Transformationsprozesses und der Umgang mit der Geschichte baulich umgesetzt.
Alt und Neu stehen sich als „Spiegel der Zeit“ gegenüber – nicht als integraler Prozess sondern als ständig währende zeitgeschichtliche Auseinandersetzung.
Durch den sich zwischen Neubau und Redoute aufspannenden Hof als besonderer Erinnerungsraum wird die Redoute im Sinne der Leitidee behutsam in die öffentliche Nutzung genommen, ohne sie als zeitgeschichtliches Dokument zu verleugnen.
In der Baukörperkonfiguration bedingen Neubau und Redoute einander und machen diesen Ort einzigartig. Im Spannungsfeld der beiden Gebäude wird im Hof die geschichtliche Bedeutung des Ortes erlebbar und unterstreicht an dieser Stelle Zielsetzung und Absicht des Areals Vogelsang in besonderer Weise. Durch die vielfältigen Blickbeziehungen in und auf die Hofsituation innerhalb und außerhalb des Gebäudes wird der Besucher inhaltlich angemessen aber im Sinne einer Jugendherberge nicht erdrückend zu keinem Zeitpunkt aus der historischen Wahrnehmung des Ortes entlassen und erfährt diese in einem sich je nach Geschoss änderndem Kontext mit der Umgebung. Der Genius loci lässt damit eine Architektur entstehen, die dem Ort und der Architektur innerhalb des Areals seine eigene Identität verleiht und so nur an diesem Ort stehen kann.
Städtebaulicher Entwurfsansatz:
Die gewählte architektonische Konzeption formuliert auf der Grundlage der übergeordneten Zielvorstellungen durch den Wettbewerb „Forum Vogelsang“ für die Jugendherberge und das Jugendwaldheim eine solitäre Nutzungseinheit im Nutzungsgefüge des Areals Vogelsang.
Innerhalb dieser Nutzungseinheit gliedert sich der Entwurf in das Gebäude der Jugendherberge und das Gebäude des Jugendwaldheimes.
Analog zu seiner inhaltlichen Ausrichtung sucht sich die Jugendherberge als Gebäude mit öffentlicher Adresse ihren Standort am Knotenpunkt der Haupterschließungsstrasse und den fußläufigen Wegebeziehungen und bildet am Knickpunkt der Haupterschließungsstrasse einen weiteren städtebaulichen Orientierungspunkt im Verlauf der Gebäude Malakoff, Postgebäude und Tankstelle auf dem Weg zum Forum.
Gleichsam einem Stein auf der Wiese liegt die Jugendherberge im Grünraum am Hang zur Haupterschließungsstrasse. Weite Teile des Gebäudes bleiben dabei in seiner Fernwirkung eingeschossig im Hang verborgen. Dadurch werden Blickbeziehungen in den weiten Naturraum über das Gebäude hinweg erhalten. Weithin sichtbar tritt das Gebäude nur dort in Erscheinung, wo sich fußläufige- und Verkehrswege begegnen. Hier führt das Gebäude den Besucher fast wie selbstverständlich in sein Innerstes. Erst in unmittelbarer Entfernung zum Gebäude erkennt man den bisher im Hang verborgenen Gebäudeteil als spannungsvollen artifiziellen Kontrapunkt zum heterogenen Umfeld des Naturraumes. Hier wird durch den Blick in die Hofanlage und die Wechselbeziehung von Neubau und Redoute auch für Besucher und Spaziergänger unabhängig von der Nutzung des Gebäudes die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes spürbar.
In ihrer städtebaulichen Lage und baukörperlichen Ausformung wird die Bedeutung der Jugendherberge als internationale Begegnungsstätte im baulichen Gefüge Vogelsangs deutlich und trägt damit sowohl inhaltlich wie auch städtebaulich zum Gesamtverständnis der Anlage bei.
Das Jugendwaldheim dagegen zieht sich im Sinne seiner pädagogischen Zielsetzung abseits der Haupterschließungsstrasse, wie ein Forsthaus im Wald, in den introvertierten Grundstücksteil mit Orientierung zum natürlichen Naturraum zurück. Hier können Schulklassen ungestört vom öffentlichen Betrieb unterrichtet und betreut werden. Die Lage und Kubatur des Gebäudes verdeutlichen die Zugehörigkeit zur Nutzungseinheit Jugendherberge / Jugendwaldheim, der Baukörper und die damit verbundene Nutzung bleibt jedoch in seiner Eigenständigkeit ablesbar.
Die Erschließung beider Gebäude erfolgt mit dem Bus über die Haupterschließungsstrasse zur Haltestelle Jugendherberge in der Busumfahrung zur Haltestelle Adlerhof. Fußläufig werden die Gebäude vom Besucherparkplatz aus auf dem geplanten Fußweg erschlossen, der linear vom Internationalen Platz zur baulichen Anlage führt. Östlich und nördlich respektiert und stärkt der Entwurf durch eine respektvolle Distanz die gegeben Waldkanten als Übergang in den sensiblen Natur- und Landschaftsraum Nationalpark Eifel. Südlich bildet die baulich Kante eine klaren Abschluss der baulichen Anlage.
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