© Marcel Meili, Markus Peter Architekten . Pubblicata il 12 Marzo 2010.
Städtebauliche Lage
Das bestehende Museum gibt topographisch und räumlich eine ausserordentlich komplexe Lage vor. Diese ist weder für den Museumsbetrieb noch für dessen Erweiterung einfach zu interpretieren. Das Projekt schlägt deshalb einen sehr einfachen, prismatischen Körper als Ergänzung vor, der – in ähnlicher Grösse wie der Bestand – ein eigenständiges Verhältnis zum See und zur Promenade formuliert: hervorgeschoben zu den Bäumen, leicht schwebend, mit einem einzigen Hauptgeschoss. Der nervöse Bestand und seine Bastion finden darin Abschluss und Rahmen, die eindrückliche Welt der Bäume am See wird an das Museum herangeführt.
© Marcel Meili, Markus Peter Architekten . Pubblicata il 12 Marzo 2010.
Der Plan der Erweiterung
Am Gelenk der beiden Trakte wird eine doppelgeschossige Halle eingerichtet, deren grosszügige Rampen- und Treppenspirale die verschiedenen Niveaus des Museums sowie den neuen zweiten Eingang verbindet. Das riesige “Auge” bildet gleichzeitige das Foyer und den Saal in einer offenen, informellen Raumstimmung.
Dem Plan des Ausstellungstraktes bildet zunächst eine einfache, klassische Enfilade mit weicher, übersichtlicher Besucherführung. Dieser Weg erhält seinen Rhythmus nicht nur durch unterschiedliche Raumformate, sondern auch dadurch, dass die Räume im Raster leise “tanzen”: Sie sind leicht abgedreht und verleihen damit jedem Saal eine gewisse Eigenständigkeit, die ausserdem durch unterschiedliche Raumhöhen unterstrichen wird. Darüber bringen verschieden hohe Lichtkammern sehr gleichmässiges Licht auf die Staubdecken. Diese Manipulationen an den Sälen werden aber so zurückhaltend eingesetzt, dass der Fluss der Bewegung und die Elastizität der Räume für verschiedene Ausstellungstypen nicht eingeschränkt werden. An den Nahtstellen zwischen dem strengen äusseren Kubus und dem bewegten Plan werden schmale, verglaste Loggiaräume eingerichtet, die örtlich einen Blick in die Umgebung gewähren: Kleine Foyers, die bei Bedarf auch bespielt werden können.
© Marcel Meili, Markus Peter Architekten . Pubblicata il 12 Marzo 2010.
Konstruktion und Statik
Der Museumstrakt ist als selbsttragende, auskragende Konstruktion ausgebildet, die lediglich auf zwei Säulenkernen aufgelagert ist. Dadurch kann das Basement als stark geöffneter, weitgehend verglaster “Zwischen-Raum” ausgebildet werden, der den Raum zwischen Körper und Erdreich auf leichte, durchsichtige Weise gewissermassen “ausfacht”.
Statisch wird das erreicht, indem das Wandsystem der Säle als grosses, betoniertes Kassettensystem ausgelegt wird. Der nicht beanspruchte Querschnitt in den konischen Wänden wird durch ein Ballonsystem “verdrängt”, örtlich für Leitungsführungen ausgenützt.
© Marcel Meili, Markus Peter Architekten . Pubblicata il 12 Marzo 2010.
Fassade
Der Körper der Erweiterung sucht gleichzeitig eine bildliche Zurückhaltung wie einen Abstand zum Bestand. Die Bäume, die in Hannover allgemein und gerade an diesem See eine so grosse Rolle spielen, werden zum Teil der Fassade selbst: Ein System von grossen Spiegelglasschindeln, in leicht unterschiedlichen Winkeln montiert, reflektieren in gebrochenen Bildern den See, die alten Alleebäume und die neuen Bäume, welche unmittelbar vor die Fassade gepflanzt werden. Nicht ein (naives) “Verschwinden” des Gebäudes ist die Absicht dieser Geste, sondern ein gegenseitiges Aufsaugen, ein bildliches Durchdringen von Natur und Architektur. Damit wird nicht nur die Eigenständigkeit der Erweiterung gegenüber dem Bestand behauptet, sondern eine Interpretation für das ausserordentliche Gewicht vorgeschlagen, welches dem Ineinandergreifen von urbanen Räumen und städtischer Natur in Hannover zukommt.
© Marcel Meili, Markus Peter Architekten . Pubblicata il 12 Marzo 2010.
Landschaft
Das Sprengel Museum liegt gegenüber einer imposanten Allee, die das künstliche Gegenüber des auf der andern Seite natürlich bestockten Ufers des Maschsees bildet.
Der unmittelbare Bereich zum See hin wird durch den öffentlichen Raum geprägt.
Feinlaubige Lederhülsenbäume in unterschiedlichen Abständen, spiegeln sich skaleidoskopartig in der Fassade des Neubaus. Eine spezielle Inszenierung erfährt die Nische längs dem Gebäude. Der angestrahlt golden wirkende Vorsprung wird im darunter liegenden Wasserbecken gespiegelt.
Auf der gegenüber liegenden Seite schliesst der Aussenraum an die Gärten des angrenzenden Wohngebietes. Eschen, Ahorn und Eichen, einzeln und in Gruppen gepflanzt, ergänzen den parkartigen Bereich auf der Südostseite. Zwischen den Stämmen hindurch führt die Anlieferung zum Gebäude.
© Marcel Meili, Markus Peter Architekten . Pubblicata il 12 Marzo 2010.
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