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Bielefeld, Germany

Technisches Dienstleistungszentrum Bielefeld

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Leitgedanken, Maximen

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Unter Wahrung des Primats des Altbaus wird auf selbstverständliche Weise weitergebaut. Alt und Neu bilden eine Einheit und sind dennoch durch die neue Mitte der Erschließungshalle optisch voneinander getrennt. Die Grundhaltung des Entwurfs ist zurückhaltend, einfach und klar.

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Städtebauliche Einbindung

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Die gegenwärtig solitäre Stellung des Altbaus wird durch die Straßen begleitenden äußeren Neubauflügel gemildert, aber wegen der Einschnitte an den Hallenstirnseiten bewusst nicht ganz aufgehoben. Mit einer Höhe von durchgehend 5 Geschossen überschreitet der Neubau nicht den angemessenen städtebaulichen Maßstab. Die Höhe des Altbaus ohne Flugdachgeschoss wird präzise aufgenommen. Insgesamt entsteht eine genau gesetzte und selbstverständlich wirkende städtische Arrondierung.

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Erschließung

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Neben dem klar identifizierbaren Haupteingang im Bestandsgebäude besteht die Möglichkeit das Gebäude über die zentrale Halle an zwei Stellen von Norden und Süden zu betreten und somit die direkte Verbindung zum umgebenden Stadtraum herzustellen. Die Zugänge über die Halle sind barrierefrei ausgebildet.

Über die ‚Himmelsleiter’ in der Halle erreicht man alle Ebenen des Gebäudes. Sie vermittelt auf selbstverständliche Art und Weise zwischen den unterschiedlichen Geschosshöhen in Neu- bzw. Altbau und gibt dem Raum eine kommunikationsfördernde Atmosphäre.

Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt von der Falkstraße über den bestehenden Erschließungsweg. Weitere Stellplätze befinden sich ebenerdig im Bereich der Falkstraße. Der Gehweg entlang der Falkstraße wird hinter die Stellplatzanlage zum Gebäude hin verlegt.

Funktion und Gebäude

Der Neubau basiert auf einer 3-teiligen Kammstruktur, die sich an die zentrale Halle anlagert. Jeder der drei Gebäudeteile basiert auf einer hochflexiblen Dreibundstruktur, die unterschiedlichsten Nutzungsanforderungen gerecht wird. So können z.B. in den beiden außen liegenden Fingern im Norden und im Süden ebenenweise einzelne 400 qm – Einheiten vermietet werden, ohne die anderen Bereiche des Gebäudes zu stören. Die potenziellen Vermietbereiche werden durch eigene Gebäudezugänge mit kleinen vorgelagerten Foyers erschlossen.

Die verschiedenen Ämter werden horizontal im Gebäude angeordnet. Prinzipiell gilt, dass sich ein Amt max. über zwei Geschosse verteilt. Überhangflächen werden in der Regel im Altbau angeordnet.

Zellenbüros werden schwerpunktmäßig im Altbau sowie in den Kopfbereichen der 3 Finger angeordnet, so dass die Finger frei gehalten werden können für 400 qm große Gruppenbüros, in denen die Arbeitsplätze ohne Zellenbüroanforderung wirtschaftlich zusammen gefasst werden können.

Die gewählte Gebäudetiefe von 16 m berücksichtigt neueste Entwicklungen im Bürohausbau. Sie eignet sich für Gruppenbüros, Großraumbüros und Einzelbüros mit zwischenliegenden Nebenraumflächen.

Im Erdgeschoss befinden sich Bauberatung, Katasterauskunft sowie die zentralen Konferenzräume.

Innere und äußere Gestaltung

Die Verteilerhalle verleiht dem Gebäude im Inneren trotz aller Effektivität der Grundrisse eine Atmosphäre von Großzügigkeit und Offenheit bzw. Öffentlichkeit. Die Halle ist kommunikativer Dreh- und Angelpunkt des TDLZ und sorgt für optimale Orientierbarkeit in der Gesamtanlage. Großzügigkeit soll auch die Fassade der Bürobereiche durch schmale, raumhohe Fenster vermitteln. Die Materialität der Außenhaut ist dem Altbau entlehnt, was zu einer einheitlichen Wirkung verhilft. Der Entwurf soll zeigen, dass ein optimiertes und auf Nutzungseffektivität ausgelegtes „heruntergekochtes“ Gebäudekonzept räumliche Reize und großzügige Ausstrahlung nach Innen und Außen nicht ausschließen muss. Die zwischen den drei Neubauteilen entstehenden beiden Höfe sind nicht isoliert, sondern infolge der Aufständerung des mittleren Riegels räumlich und optisch zueinander in Bezug gesetzt, so dass ein zusammenhängendes Gestaltungskonzept wahrnehmbar ist.

Tragwerksbeschreibung

Das Gebäude wird in Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Das Tragraster entwickelt sich aus der Kammstruktur der aufgehenden Bauteile und deren Überlagerung mit der Tiefgarage. Die mit zwei Büro- und einer Mittelzone dreispännig organisierten Kämme werden konstruktiv zweispännig mit einer exzentrischen Mittelstützenreihe umgesetzt, um in der Tiefgarage eine maximale Stellplatzanzahl mit hoher Nutzerfreundlichkeit erzielen zu können. Aufwändige Abfangungen sind damit nicht notwendig. Zur Optimierung der Deckenstärke und damit deren Gesamtgewicht und Stahlverbrauch werden die Flachdecken in Querrichtung teilweise vorgespannt. Die Fassadenelemente werden tragend als Betonfertigteile ausgeführt. Sie ermöglichen schnelles und präzises Bauen und lassen sich problemlos mit Natursteinplatten verkleiden.

Die Aussteifung erfolgt über die Erschließungskerne in den Kämmen. Ihre Anordnung und Ausrichtung verhindert größere Zwängungen im Bauwerk und erlaubt somit einen wirtschaftlichen und fugenlosen Baukörper. Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau erfolgt nur punktuell über Podestplatten, die problemlos am Bestand aufgelegt werden können. Größere Eingriffe in die Tragkonstruktion des Altbaus sind nicht vorgesehen. Zur Errichtung der Tiefgarage wird entlang der bestehenden Gründung eine Bohrpfahlwand eingebracht, um eine Beeinträchtigung durch die Baugrube auszuschließen.

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