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Ridanna (BZ), Italia

Risanamento e ampliamento del museo minerario di Ridanna / Monteneve. Bolzano

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PROJEKTBESCHREIBUNG

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EIN ZAUN Der neue Eingangspavillon wird außerhalb des Museumareals gebaut; es ist ein lang gestrecktes, niedriges Bauwerk an den Füßen des Hanges auf dem sich im letzten Jahrhundert die Aufbereitungsanlage entwickelt hat. Von unten gesehen erscheint es wie ein metallischer, drei Meter hoher transluzenter Zaun, der uns vom Erzsilos ausgehend entgegen kommt, um vor dem alten Depot einen Raum zu schaffen und um Busse und Autos vom ihm fern zu halten. Über dem Boden schwebend erreicht der Zaun die Fluchtlinie der Brücke, übernimmt deren Ausrichtung und schließt den Wendeplatz nach Norden, dreht sich dann nochmals um und folgt dem leicht ansteigenden Verlauf des Bachdammes. Nach fünfzig Metern biegt er sich aber unerwartet nach oben, wandelt sich in einen Turm und erreicht schließlich, nach einer letzen Faltung an einer hoch über den Ruinen der Erzaufbereitungsanlage liegenden Brücke das Museumgelände.

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FILTERN Der Eingangspavillon soll eine Schwelle sein – ein Übergang zwischen zwei Licht- und Farbverhältnissen, zwischen den sonnigen grünen Wiesen des Ridnauntals und der dunklen, kargen Landschaft des Hanges in Maiern. Diese Schnittstelle soll die Wandlung des eiligen Autofahrers in einen geduldigen Museumsbesucher ermöglichen. Von außen bleibt das Innere des Gebäudes durch einen metallischen Vorhang verschleiert, lediglich der Museumshop an der Straße ist transparent ausgebildet. Der Pavillon dringt nicht in die Erde hinein, greift nicht in die alte Bausubstanz der Wände und Stützmauern der historischen Anlage ein; er nähert sich an die Altbauten ohne diese zu berühren. Trotzdem werden sie Teil einer neuen Raumkomposition. Zwischen dem Neubau und dem Erzsilos entsteht ein schmaler Hof zu dem hin sich das Foyer und der Ausstellungsraum öffnen. Diese offen gelassene Spalte ist zu eng und die Raumhöhe des Pavillons zu niedrig, um die Altbauten als Gesamtbild betrachten zu können. Der untere Bereich des alten Silos und der Rampe füllen das Blickfeld des Museumbesuchers. Die Mauern jenseits der Verglasung werden selbst zu Exponaten des Ausstellungsraums als seien sie von einer Vitrine geschützt. In einem Innenraum und wenn auch nur als Hintergrund “eingezwängt” wirken die Mauerwerke zyklopisch, während die Schärfe der Stahlkonstruktion des Pavillons und dessen glatte Oberfläche den Kontrast des Neubaus zu den alten, grob geschnittenen Steinen verstärken.

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NACH OBEN Am Ende des Ausstellungsparcours stehen den Besuchern zwei Wege zur Verfügung: sie können entweder das Museumsareal, dem alten Weg der Arbeiter über Hof und steiler Rampe folgend, erreichen oder die etwa acht Meter Höhenunterschied mittels Aufzug bequemer überwinden und damit über einer transparenten Aussichtsbrücke direkt auf die Terrasse vor dem unteren Manipulationsgebäude der Anlage gelangen. Von hier aus führt eine bereits existierende Treppenanlage zu dem noch höher gelegenen Sammelplatz vor der Kapelle, wo die Besuchergruppen in die verschiedenen Museumsbereiche geführt werden. Um eine barrierenfreie Zugänglichkeit des Areals zu ermöglichen, schlagen wir vor, mit einen neuen, teils unterirdischen Schrägaufzug die Terrasse mit dem Sammelplatz zu verbinden, von wo aus die wichtigsten Attraktionen des Bergbaumuseums behindertengerecht erreichbar bleiben.

DAS NEUE FORSCHUNGSZENTRUM Das alte Verwaltungsgebäude wird nach Westen mit einem schachtelförmigen Körper erweitert, der über der Küche der Knappenstube gebaut wird. Die Ganzglasfassade des neuen Volumens wird, um den unterschiedlichen “Interventionen” auf dem Areal einen einheitlichen Charakter zu verleihen, mit den gleichen Streckmetallpaneelen des Eingangspavillons verkleidet. Alle Forschungsräume, die Konsultations- und Lesesäle werden entlang der südlichen Fassade geordnet und sind miteinander verbunden. Das Archiv wird teils im Neubau und teils im Altbau, wo der verdunkelbare Bereich vorgesehen ist, untergebracht. Die Bibliothek befindet sich in der Süd-Ost Ecke des Gebäudes; sie wird auf zwei Ebenen verteilt, die mit einer internen Treppe verbunden sind, um eine autonome Nutzung des oberen Geschosses zu ermöglichen. Vor der Knappenstube wird eine neue dreieckige Terrasse realisiert um die Sichtbarkeit des Restaurants von außen zu verstärken. Die Museumsbesucher können direkt von der Terrasse vor dem unteren Manipulationsgebäude über einer neuen Schleuse die Knappenstube betreten.

EIN NEUER INNENRAUM Die Überdachung des Demonstrationsplatzes übernimmt die Neigung des Gebäudes der Brechanlage, sie ist jedoch gegenüber dem Altbau 30 cm höher und bewahrt von der Fassade 1 Meter Abstand, um das bestehende Gebäude direkt von oben natürlich zu beleuchten. Das Dach besteht aus Holzpaneelen die oben, wie sonst alle Dachflächen der Anlage, mit Metallblech verkleidet sind. Die Dachhaut wir von einer Stahlkonstruktion aus zwei Fachwerkträgern mit dazwischen gespannten Querbalken getragen. Die Fachwerkträger sind auf unterschiedlicher Höhe montiert: zum Tal hin an der Kante des Geländersprunges, lagert der Träger 20 cm über dem Boden schwebend auf Stahlfüßen und wirkt wie eine vertikale räumliche Schließung des Saals; hingegen zur Felsenwand hin steht der Fachwerkträger 4 Meter über dem Platz auf zwei massiven Betonstützen. Somit muss das Pochwerk nicht versetzt werden und Platz und Teich bleiben stützenfrei.

ZURÜCK Nach der Besichtigung der Werkstätten werden die Besucher dem Weg des aufbereiteten Konzentrats weiter folgen: Ein neuer Steg wird auf der Mauerkrone des offen gelassenen Bleiglanzmineralsilos gelegt, man läuft an den Geleisen der 150 Meter hohen Bremsberganlage vorbei und erreicht eine neue überdachte, schmale Treppe, die in den leeren Erzkasten hinabsteigt. Einige Meter tiefer mündet die Treppe in die zweite Kammer des Depots und steigt frei schwebend bis zum Boden des Silos weiter ab. In diesem und in der folgenden, letzten Silos-Kammer könnte der weite Weg des Erzes von Meiern bis zu den Schmelzhütten im Sterzinger Raum thematisiert werden. Über einem weiteren Durchbruch in der östlichen Wand des Silos gelangen die Besucher schließlich in den Museumshof und von hier aus wieder ins Eingangsgebäude, wo sich die Besichtigungsrunde schließt.

NACH ST. MARTIN Die Ausrüstung der Gruppen die für den Ausflug nach Sankt Martin am Schneeberg gebraucht wird, zurzeit inmitten des Museumsgeländes, in der alten Schmiede gelagert, wird in das neue Eingangsgebäude, in einem von Außen erschlossenen Depot versetzt. Die Gruppen können somit nach dem Besuch der Ausstellung im Eingangsgebäude in die kleinen Bussen direkt einsteigen.

Tooop