Konzept – Grüne Mitte Moabit
Der Kleine Tiergarten ist ein wichtiger urbaner Identifikationsraum. Zentrale Lage, historische Bedeutung sowie die intensive Alltagsnutzung begründen seinen ganz besonderen Charakter als „Grüne Mitte“ von Moabit. Ziel des Konzeptes ist die Herausstellung der positiven Potentiale und die Weiterentwicklung als ein offener Raum für alle Bürger. Das vorhandene landschaftsarchitektonische Raumgerüst wird im Wesentlichen beibehalten und in seiner Ausprägung gestärkt. Auch die charakteristischen Freiraumelemente der Anlage bleiben bestehen, werden jedoch durch neue Funktionsbausteine ergänzt. So entsteht durch „Wegnehmen und Hinzufügen“ eine neue Raumbalance, die den Park reaktiviert und stärker mit der Umgebung verknüpft.
Grüner Saum – Schutz und Kontakt
Mit dem Motiv des „grünen Saumes“ wird ein typisches Merkmal der historischen Anlage aufgegriffen. Eine gegliederte Pflanzung umschließt den Parkraum und begrenzt – zumindest optisch – die Einwirkungen des Straßenverkehrs. Durch Entfernung von Wildwuchs und gezielte Auflockerung der dichten Gehölzmassive eröffnen sich jedoch auch neue Sicht- und Wegebeziehungen. Vor allem die intensiven Randnutzungen wie z.B. Bushaltestellen werden auf diese Weise besser mit dem Binnenraum verknüpft. Der „Grüne Saum“ verwandelt sich von einer reinen „Schutzgeste“ in einen durchlässigen Kontaktraum. Somit tritt der Park in eine Wechselwirkung mit der Umgebung – die stärkere Offenheit lädt zur Nutzung ein, verbessert die soziale Kontrolle und vermittelt Sicherheit.
Freie Mitte – verbindende Raumidee
Die in großen Teilen freie Mitte als weite Rasenfläche ist eine übergeordnete Strukturidee des gesamten Parksystems. Die fließende Offenheit wird vor allem in der Längsausdehnung als ein Kontinuum über alle Grenzen hinweg interpretiert und in ihrer Wirkung durch gezielte Auslichtungen weiter gestärkt. Funktional trennende Elemente wie z.B. Straßen werden durch weite Blickbeziehungen optisch „überspielt“.