© KUEHN MALVEZZI . Pubblicata il 13 Settembre 2010.
Das Projektgebiet ist wesentlich geprägt von verschiedenen Phasen Leipziger Stadtplanung. Das Wintergartenhochhaus als Überbleibsel einer unvollendeten Planung städtischer Höhendominanten steht neben gründerzeitlicher Blockrandbebauung, nicht weit entfernt befinden sich Ansätze einer ersten Phase sozialistischen Städtebaus aus den 50er Jahren, sowie stark ausgedünnte Quartiere, die vom aktuellen Leerstand zeugen. Die Auseinandersetzung mit diesen verschiedenen Schichten ist für die Bebauung des Projektgebietes zentral. Merkmale der Umgebung werden aufgenommen und zu einem neuen Zusammenhang gefügt. Eine Balance zwischen kontrastierenden architektonischen Präsenzen und Stadtauffassungen kann weder durch Kompromiss noch durch Antagonismus erreicht werden. Durch vier Strategien der Kontextualisierung wird das Heterogene zu einem zukunftsweisenden Quartier versammelt.
© KUEHN MALVEZZI . Pubblicata il 13 Settembre 2010.
SOCKELBILDUNG
Wie ein Sockel legt sich die neue Struktur um den Turm und integriert ihn in das entstehende Quartier. Durch klare innere Gliederung und präzise gesetzte Kubaturen kann so mit einer geringen Baumasse eine starke formale Setzung erreicht werden.
Das aktuell unzureichend in die Umgebung integrierte Wintergartenhochhaus bekommt eine räumliche Fassung, die spätestens mit dem Abriss der ursprünglichen Sockelbebauung verloren gegangen ist. Im Gegensatz zur damaligen Planung erfolgt eine deutliche Bezugnahme auch auf andere städtische Strukturen. Der Sockel integriert das Wintergartenhochhaus in die Stadt, statt es in ihr freizustellen.
© KUEHN MALVEZZI . Pubblicata il 13 Settembre 2010.
BLOCKSTADT
Entlang der Blockkante wird ein deutlich begrenzter Straßenraum im Zusammenspiel mit der Umgebung geschaffen. Die neuen Baukörper folgen den Trauf- und Gebäudehöhen der nachbarschaftlichen Bebauung.
Das leicht überhöhte Eckgebäude zum Ring fügt sich in Dimensionierung und Positionierung gut in die vorhandene Ringbebauung ein. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Gebäude wird eine klar lesbare Eingangssituation in die Wintergartenstraße geschaffen. Die neue Ecksituation wird damit auch vom Bahnhof aus als Tor zum Leipziger Osten lesbar. Unterstrichen wird diese Wirkung durch die wiederhergestellte Straßenflucht der Wintergartenstraße.
© KUEHN MALVEZZI . Pubblicata il 13 Settembre 2010.
GRÜNES BAND
Ein grünes Band fädelt sich durch das Quartier und bildet einen komplementären Ring, der die Gebäude zusammenzieht. Der räumliche Zusammenhang zwischen Hochhaus und Blockstadt wird durch das grüne Band gefestigt.
Die gezielte Gestaltung von Frei- und Grünflächen als Teil des Entwurfsprozesses spiegelt auch die Gegebenheiten des näheren Umfeldes wieder. Der hohe Anteil an unbebauten Flächen innerhalb der benachbarten Blöcke erfordert eine entwerferische Auseinandersetzung mit diesen Themen. Die bewusste Integration des Grüns in das Bebauungskonzept folgt dieser Aufforderung.
© KUEHN MALVEZZI . Pubblicata il 13 Settembre 2010.
PLATZ
Statt durchlaufender Straßen verbinden mittige Wege das Innere des neuen Quartiers visuell und verkehrlich mit der Umgebung. So entsteht in der Mitte des Quartiers ein klar gefasster und großzügiger Platz mit Verweilqualität, der den Turm im öffentlichen Raum verankert.
Je nach Standpunkt variieren die sich freigebenden Blicke in die einzelnen Höfe und auf das grüne Band. Die nach außen klar lesbare Blockstruktur löst sich so im Inneren in eine vielschichtige, mitunter luftige Bebauung auf.
© KUEHN MALVEZZI . Pubblicata il 13 Settembre 2010.
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