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Ottmarsbocholt, Germany

Sporthalle Ottmarsbocholt

Lageplan_large

Die neue Sporthalle baut direkt an das Bestandsgebäude an und nutzt dadurch im Foyerbereich räumliche Synergieeffekte. Das Foyer selbst funktioniert dabei als räumliches Scharnier. Mit seinem Hauptzugang an der südlichen Vorfahrtseite bindet es durch bis zu den Sportanlagen im Norden. So sind visuelle und funktionale Bezüge zu allen Bereichen möglich: Südlicher Vorplatz – Haupteingang Tennisplätze – Blickbeziehung Sporthalle – Blickbeziehung und Durchgang Außensportanlagen – Blickbeziehung und Durchgang

Ansichten_schnitte_large

Ein mit Lärchenholz verkleideter Sockel nimmt alle dienenden Funktionen auf und umfasst die Sporthalle von drei Seiten. Die Umkleideräume und der Konditionsraum sind dabei so an geordnet, dass auch direkte Zugänge zu den Außensportanlagen (bei Turnieren oder Sportfesten) möglich sind. Auf der gegenüber liegende Längsseite der Halle befindet sich der große Geräteraum, der von allen drei Hallenteilen (für Sportgeräte) und vom Foyer (für Mobiliar) aus zugänglich ist. Der „Holzsockel“ nimmt die Höhe des Bestandsgebäudes auf, wo bei sich das Foyer durch einen verglasten Oberlichtaufbau abzeichnet. Schön wäre es, wenn auch zu mindest die Attikaverkleidung des Bestandsgebäudes anstelle der Eternitplatten eine Lärchenholzverkleidung erhalten würde – zu Gunsten eines gestalterisch einheitlicheren Erscheinungsbildes.

Eingang_large

Die Sporthalle selbst ragt als transparenter Quader aus dem Sockel heraus. Ziel ist eine best mögliche Versorgung der Halle mit Tageslicht. Dazu verjüngt sich die Deckenkonstruktion zu den Fassaden hin (an den Längsseiten zwischen den Rahmenträgern). Feststehende horizontale Lamellen verhindern Blendungen durch direkte Sonneneinstrahlung an den Südost- und Südwestseiten. Wegen der an gestrebten leichten Außenwirkung der Dachkonstruktion sind die Photovoltaikelemente auf dem Dach aus gestalterischen Gründen sehr flach geneigt, was die Effizienz in einem akzeptablen Umfang vermindert.

Isometrie_large

Die Sporthalle ist als Passivhaus konzipiert. Der Wärmebedarf soll vollständig durch die regenerativen Energieträger Solarenergie und Geothermie (Erdwärme) gedeckt werden.

Zentrale Elemente des Energiekonzeptes sind die Erdwärmesonden und die auf dem Hallendach angeordnete Photovoltaik – Hybridkollektoranlage, die sowohl Strom produziert, als auch die beim photovoltaischen Prozess anfallende Abwärme über Luftkollektoren für die Warmwasserbereitung und Gebäudeheizung nutzbar macht. Letztere ist im Bereich der Umkleiden und Duschen in Form einer Fußbodenheizung vorgesehen, während das Hallenvolumen ausschließlich über die ohnehin notwendige kontrollierte Lüftung (Veranstaltungen mit über 200 Zuschauern und Sportlern!) beheizt wird. Im Sommer wird die Abwärme aus den Hybridkollektoren sinnvoll genutzt, um dem Erdreich die im Winter entzogen Wärme wieder zuzuführen. Dadurch wird sowohl die Effizienz des Erdwärmetauschers durch Einspeicherung von Wärme größer als auch der sommerliche Wirkungsgrad der Solarzellen durch Kühlung.

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