© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Standort
Die kleinen Bauten stehen im Pfrunger-Burgweiler Ried, ca. 25 kmnördlich des Bodensees. Einer
Naturlandschaft im Wandel. ImRahmen eines Naturschutzgroßprojekts soll der besondere
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Lebensraum
Moor geschützt und zu neuem Moorwachstum angeregt werden. Große Teile des Moores werden derzeit
wiedervernässt.
Der Lebensraum Moor und seine weitere Entwicklung sollen im Rahmen eines Wegekonzepts für
Besucher erlebbar werden. Die Bauten sind als Aussichts- und Rastpunkte Teil dieses Konzepts.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Lastenheft
Die Aussichtsplattformen sollen einer größeren Gruppe Raum bieten. Unabhängig von Körpergröße und
Standpunkt im Gebäude soll der Ausblick für jeden Besucher so gut wie möglich sein. Dies gilt vor allem für Kinder.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Störungen des Umfeldes durch die Besucher sollten wiederum so gering wie möglich gehalten werden. Bereits das Betreten und Besteigen der Aussichtsplattform sollte in Deckung erfolgen. Material und Konstruktion müssen sich in den Naturraum einfügen.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Der Besuchersteg dient als Rastplatz am Wasser. Etwa 20 Personen sollen hier gleichzeitig verweilen, Vorträge halten und sich austauschen können.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Idee
Die offene Blockhauskonstruktion entdeckten wir in einem Bildband über historischen Farmen in den USA
und später beiWanderungen in Graubünden.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Konstruktion
Obwohl unsere konstruktiven Vorbilder zum Teil mehrere hundert Jahre alt waren, musste die Idee der offenen Blockbauweise den Anforderungen des modernen konstruktiven Holzschutzes und dem feuchten Klima des Moores angepasst und kapillar wasserziehende Fugen im Auflagerbereich vermieden werden.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Dies erreichten wir durch die Verwendung von besonders vergüteten Doppelgewindeschrauben, die die Fugen zwischen den einzelnen Holzlagen planmäßig auf 5mm Abstand halten. Die Schraubewird an dieser Stelle tragend.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
In die Anordnung der Schrauben wurde seitens der Statik viel Entwicklungsarbeit investiert, da es für dieses Konstruktionsprinzip keine uns bekannten Vorbilder gibt.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Es war unser Ziel, die ganze Konstruktion nur aus horizontal geschichteten Hölzern zu errichten. Die Höhe der Lagen bemisst sich imunteren Teil nach demSteigungsmaß der Treppe, deren Tritte in die Konstruktion mit „aufgestapelt“ werden. Im oberen Teil sollte die Höhe der Hölzer einen möglichst freien Ausblick ermöglichen. Allerdings erlaubt das Baurecht maximal 12cm, um das Durchkriechen von Kindern zu verhindern.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Am Bau zeigte sich, dass die Steifigkeit der Konstruktion zur Aufnahme der horizontalen Kräfte nicht ganz befriedigend war. Die Konstruktion lies zu viel Bewegung in dieser Richtung zu. Der von uns gewählte Grundriss mit sehr spitzen Ecken im Eingangsbereich war hierfür verantwortlich. Da Änderungen am Grundriss zu diesemZeitpunkt nicht mehr möglich waren, mussten zusätzlicher Aussteifungen eingebaut werden.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Als Konstruktionsholz wurde Lärche gewählt. Gegründet wird jede Aussichtsplattform auf sechs Eichenpfählen.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Die Konstruktion des Steges erfolgte nach demselben Prinzip. Die Grundform aller Bauten ist ein Trapez.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Die Formöffnet sich in die jeweilige Hauptblickrichtung.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.
Fazit
Allen Planungsbeteiligten war der experimtelle Ansatz in Bezug auf die Konstruktion wie auch in Bezug auf die Erfüllung der Funktion bewusst. Die Wahrnehmung der Landschaft aus diesem Innenraumheraus hat unsere Erwartung allerdings übertroffen. Für die speziellen Anforderungen der Vogelbeobachtung mit Spektiv erarbeiten wir gerade eine Lösung, die Optik der Bauten nicht verändert. Auch dies ist ein weiterer Schritt im Rahmen unseres „kleinen“ Experimentes.
© architekturlokal - wolfgang selbach & jürgen kneer . Published on May 16, 2011.