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Köln, Germany

Neubau Historisches Archiv, Kunst- und Museumsbibliothek

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IDENTITÄTSSTIFTENDE BAUKÖRPERSTRUKTUR. Der Standort des Neuen Archivs und der Kunstbibliothek liegt an der Schnittstelle sehr unterschiedlicher Frei- räume und Stadtstrukturen. Seine durch das Programm gegebene Größe wird zwangsläufig mit der Kleinteilig- keit der unmittelbar anliegenden Bebauung kontrastieren, vermag aber zugleich auf die räumliche Weite der Parklandschaft des neuen Grünzugs zu antworten und eine markante Stadtkante zu bilden. Der Gebäudekom- plex des Stadtarchivs und der Kunstbibliothek wird daher als ein großer Solitär in Erscheinung treten, der durch die Gliederung der Volumina, seine Freiraumbeziehungen und seine Fassadengestaltung zwischen sehr unter- schiedlichen Stadträumen, Bebauungsstrukturen und Maßstäben vermittelt. Die architektonische Konzeption antwortet direkt auf die Bedingungen des Standortes und des Programms. Die Aufteilung des großen Baukörpers in zwei kleinere Teilvolumina nimmt Bezug auf die Größe der Nachbarbe- bauung und lässt zugleich die wichtigsten Nutzungseinheiten als klar erkennbare Teile innerhalb des großen Ganzen in Erscheinung treten. Es entsteht eine klar prägnante und identitätsstiftende Baukörperkomposition.

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POLARITÄT UND EINHEITLICHKEIT. Die architektonische Konzeption thematisiert die programmatisch und städtebaulich gegebene Polarität, die sich zwischen den beiden kulturellen Einrichtungen, zwischen ihren öffentlichen und nicht öffentlichen Bereichen, zwischen Dichte der Stadt und Weite des Parks sowie zwischen den beiden Enden des langgezogenen Grund- stücks aufbaut. Die beiden großen Teilvolumina zeichnen sich klar ab, markieren die gegenüberliegenden Grundstücksenden und verleihen zugleich jeder Einrichtung innerhalb des Gesamtkomplexes ihren eigenen Ort und ihr eigenes Gesicht. Die beiden Plätze an der Straße und am Park vernetzen den Neubau mit den anlie- genden Stadträumen und führen Besucher von beiden Seiten in das Gebäude hinein. Während die Materialität der Fassaden die Einheitlichkeit der Anlage betont, reagiert die Gliederung der Volu- mina und die Fensteranordnung auf die Unterschiedlichkeit einzelner Nutzungseinheiten. Die massiv und ge- schlossen gestalteten Fassaden der Magazine und Depots, die leicht wirkende Fassaden der Büro- und Werk- statttrakte sowie die Größen Öffnungen der Lesebereiche der Bibliothek manifestieren nach Außen unterschied- liche Nutzungsbereiche und gliedern die großen Teilvolumina in unterschiedliche, kleinere Einheiten. Das Ge- bäude kann sowohl als ein großer Solitär, als auch als Komposition aus unterschiedlichen, architektonisch und funktional definierten Teilen wahrgenommen werden.

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WECHSELNDE BAUKÖRPERKONFIGURATIONEN. Das Stadtarchiv und die Bibliothek bilden zwei übergeordnete, gegeneinander versetzte Baukörper, die von einem gemeinsamen, zweigeschossigen Foyer zu einem zusammenhängenden, einheitlichen Bauwerk verbun- den werden. Durch die Gebäuderücksprünge und Anordnung der Volumina verzahnt sich die Anlage mit der Stadt, nimmt die Maßstäblichkeit der Nachbarbebauung auf und orientiert sich zu den anliegenden Stadt- und Freiräumen. Dabei entstehen in den Blicken aus verschiedener Richtungen wechselnde Baukörperkonfiguratio- nen, so dass der Gebäudekomplex in Blicken aus verschiedenen Richtungen immer anders in Erscheinung tritt.

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Das Gebäude wendet sich mit zwei großzügigen, unterschiedlich gestalteten und thematisierten Vorplätzen der Stadt und dem Park zu. Sie bilden den Übergang zwischen den anliegenden Stadträumen und dem neuen Ge- bäude, verschaffen ihm eine attraktive, einladende Eingangssituation und zwei hochwertige Aufenthaltsbereiche im Freien.

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VERNETZUNG VON INNEN UND AUSSENRÄUMEN. Direkte Blickbeziehungen zu den anliegenden Stadträumen bzw. die Fortsetzung der Freiräume im Gebäude prägen den Charakter der Eingangs- und Lesebereiche. Das Foyer ist der zentrale öffentliche Raum des neuen Bibliothek- und Archivkomplexes. Es liegt an der Schnittstelle wichtiger öffentlicher Bereiche, Funktionseinheiten und anliegender Stadträume: hierhin führen bzw. hier kreuzen sich alle externen und internen Wegeverbin- dungen, Bewegungs- und Blickrichtungen. Es kann sowohl von der Stadt-, als auch von der Parkseite betreten werden und öffnet sich zu den beiden leicht erhöht angebrachten Vorplätzen, die als eine räumliche Erweite- rung des Foyers im Freien konzipiert werden.

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Alle öffentlich frequentierten Bereiche – die Lesesäle und die Freihandmagazine, der Veranstaltungs- und Aus- stellungsbereich, der Verkaufs- und Aufenthaltsbereich bilden eigenständige, unabhängig voneinander funktio- nierende Nutzungseinheiten und sind erdgeschossig direkt an das Foyer angeschlossen. Die Räume der Stif- tung liegen prominent im 1.OG und orientieren sich zum stadtseitigen Vorplatz.

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GRUNDRISSORGANISATION UND ORIENTIERUNG Die übergeordneten Gebäudeeinheiten des Archivs und der Kunstbibliothek haben strukturell und erschlie- ßungstechnisch einen ähnlichen Aufbau: an die jeweiligen Haupträume – Archivdepots bzw. Lesesäle und Frei- handmagazine – werden seitlich dienende Trakte der Büro-, Restaurierungs- und Werkstatträume angegliedert. Zusätzliche Werkstatt- und Digitalisierungsräume sowie Fotolabore der Kunstbibliothek befinden sich in unmit- telbarer Nahbarschaft zu den Bibliotheksdepots in den oberen Geschossen der Bibliothek. Durch die räumliche Nähe von bedienten und dienenden Räumen werden kurze Wege, gute Orientierung und optimale Verbindung einzelner Nutzungseinheiten gewährleistet. Die Haupterschließungskerne liegen direkt am zentralen Foyer, Nebenerschließungskerne mit Lastenaufzügen ermöglichen problemlosen Transport und Verteilung von Archivgütern und Büchern. Die Lesebereiche und Freihandmagazine der Kunstbibliothek orientieren sich zum Park bzw. zur Luxemburger Straße hin. Sie werden als eine offene Leselandschaft konzipiert, die unterschiedliche Lese- und Studiersituati- onen bietet: in großen Lesesälen, auf Lesegalerien, in dezentral angebrachten Leseinseln bzw. direkt an den Fenstern in den Freihandmagazinen. Zwei der Lesebereiche sind als in die Bücherlandschaft eingesetzte, von Lesegalerien umgebene zweigeschossige Räume gestaltet, welche die einzelnen Ebenen räumlich verbinden und die Bibliothek räumlich klar gliedern. Große Fenster bieten einen weiten Blick in die benachbarte Parkland- schaft und dienen zugleich als „Schaufenster“, welche die Nutzung des Hauses nach Außen manifestieren.

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EINHEITLICHKEIT UND FIGURALE WIRKUNG. Die Fassaden sind aus großformatigen Elementen aus Architekturbeton konzipiert. Die Festigkeit der verwende- ten Materialien versinnbildlicht den Schutz, die Archiv und Bibliothek wertvollen Kulturgütern bieten. Die gleich- mäßig umlaufenden Fassaden unterstützen die Einheitlichkeit und die figurale Wirkung der Anlage. Das Spiel unterschiedlich großer Öffnungen und unterschiedlich tiefer Profilierungen ist konsequent auf dem Ausbauraster des Gebäudekomplexes aufgebaut.

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Die Fassadenöffnungen reagieren auf die einzelnen Nutzungen und Räume im Innen- und Außenbereich. Die Unterschiedlichkeit der Nutzungen unterstützt so wechselndes Erscheinungsbild aus unterschiedlichen Rich- tungen, das Spiel geschlossener und offener Flächen, verschiedener Fenstergrößen und Formate.

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