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Norderstedt, Germany

Stadtpark Norderstedt/landesgartenschau 2011

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Erläuterungstext

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Ausgangssituation

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Die Grundidee der Gestaltung liegt in der Vermittlung eines nachhaltig sinnlichen Erlebnisses für alle Bevölkerungsebenen als Kontrasterfahrung zur immer stärker geprägten virtuellen Welt.

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Das Planungsgebiet liegt am westlichen Rand der Stadt, aufgespannt zwischen dem nord-süd verlaufenden Gewerbeband und soll sich zukünftig zu einem Stadtpark mit intensiver Sport- und Freizeitnutzung entwickeln, der die vorgefundenen, sensiblen landschaftlichen Potentiale integriert. Die geforderten Nutzungen benötigen eine klare Konzeption.

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Dieser Logik folgend geht es nicht darum die ganze Landschaft neu zu gestalten, sondern in konzentrierter Form die zentralen Themen des neuen Stadtparks während und nach der Gartenschau aufzunehmen und als aufeinander aufbauende Einheiten zu entwickeln.

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Gesamtkonzept – Leitmotiv

Das Konzept für die Gartenschau wurde unter zwei Grundsätzen entwickelt: was kann in der heutigen Zeit die Aussage einer Gartenschau stärken und was ist unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen – Örtlichkeit, Nutzung, Zeit und Finanzen – möglich?

Das Leitthema des Entwurfes „Gärten in der Landschaft“ legt fest, dass die vorhandene Landschaft mit allen Qualitäten und Nachteilen akzeptiert wird. Auf konzentriertem Raum werden thematisch unterschiedlich klar gefasste Gärten gezeigt, die zunächst das Programm der Gartenschau erfüllen.

Ziel ist es einen nachhaltigen, robusten und signifikanten Stadtpark zu schaffen, der auf die vielfältigen Landschaftsstrukturen und unterschiedlichen Biotope eingeht. Dabei steht die Integration eines intensiven Parkprogramms in einen sensiblen, natürlichen Bestand im Fordergrund. Die Klassifizierung der vorgefundenen Strukturen und Biotope in verschiedene Sensibilitätsstufen ist Ausgangspunkt des Konzeptes. Die Abstufung gibt die Intensität der Nutzung vor, d. h. in weniger sensiblen Bereichen herrscht eine intensivere Nutzung vor.

Aus dem unmittelbaren Kontext des Standortes und dem Potential der vorgefundenen Landschaftsbestandteile entsteht ein neuartiger Typus „Stadtpark“. Für die Entwicklung einer Leitidee, die den „Stadtpark“ zusammenhält werden an die Form von überdimensionierten „Kieselsteinen“ angelehnte Strukturen entwickelt, die punktuell während der Gartenschau Ausstellungsfunktionen übernehmen und später als extensive Fragmente sichtbar bleiben.

Im Süden des Planungsgebietes wird bewusst auf eine städtebauliche Weiterentwicklung in Form von Wohnungsbauten verzichtet. Die westlich gelegenen Punkthochhäuser stellen einen eindeutigen Übergang zwischen Stadt- und Landschaftsraum dar. Das anschließende Gewerbegebiet, das Umspannwerk und die angrenzenden Hochspannungsmasten verhindern eine adäquate Weiterentwicklung hin zu einem Wohngebiet.

Der Park

Die wasserbezogenen und intensiven Nutzungsangebote – Wasserski, Wakebord, Schwimmbad, Kletterhalle und Parkgastronomie – werden konzentriert auf der Brache des ehemaligen Kalksandsteinwerkes, der neuen Promenade, angeordnet. Die neue Gestaltung wird direkt an die südlich angrenzende Stadtkante angebunden.

Demgegenüber liegen am Ostufer des Stadtparksees die naturnahen, ruhigen Wasser- und Uferzonen. Ein Rundweg um den See verbindet die vielfältigen Teilräume. Um eine fortlaufende Wasserreinigung gewährleisten und den See dauerhaft als Badesee zur Verfügung stellen zu können, wird ein Rückbau des trennenden Damms vorgesehen. Der anfallende Erdaushub wird zur Modellierung der neuen Uferbereiche, den „Plateaus“ – der „Kiesel“ – und der „Fasaneninsel“ im See genutzt.

Die weite offene Wiesenlandschaft am Nordufer des Sees vermittelt zwischen den Räumen; zurückhaltend gestaltet, extensiver in der Pflege ist sie die Parkwiese zum Spielen und Lagern.

Noch stärker tritt die Nutzungsintensität in den schützenswerten Biotopen der Wald- und Heideflächen zurück; Pflegemaßnahmen durch gezieltes Auslichten des Bestandes stärken die Lebensräume, Wege akzentuieren ohne zu zerschneiden.

Zwischen Westufer und Stadtkante am Arboretum spannt sich ein Spiel- und Sportband auf, eingebettet in die Feldfluren der Tarpenbekwiesen.

Ausstellungskonzept

Unter dem Leitmotiv „Gärten in der Landschaft“ bewegt sich der Besucher durch Bereiche des Gartenschaugeländes, denen unterschiedlichste kognitive und emotionale Erlebnisqualitäten innewohnen. Der Wechsel von Ausstellungs- und Veranstaltungsbereichen (Promenade, Wiesenhügel und Arboretum mit Sonderthemen) mit ruhigen, naturnahen, eher kontemplativen Bereichen (Naturlehrpfad mit Informationspunkten) bietet vielfältige Möglichkeiten einer abwechslungsreichen, individuellen Routenplanung. Das vorhandene natürliche und wirtschaftlich geprägte Potential der Flächen ist wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzeptes. Die frühere Nutzung des Geländes für den Sand- und Kiesabbau, die Pflege der Naturlebensräume und die Wiederbelebung der Wasserflächen wird in der Darstellung moderner Umweltforschung und Technik sowie ingenieurbiologischen Maßnahmen zum zukunftsorientierten Ausstellungsthema.

Gartenschau

Über zwei Zugänge (Osten, Süden) mit jeweils zentral zugeordneten Stellplätzen, gelangt man auf das Gartenschaugelände. Der Südliche Haupteingang führt den Besucher direkt über einen Platz mit mobilem Grün in das Gartenschaugelände. Blumen- und Kletterhalle, der Gärtnermarkt und üppige Wechselflorflächen bilden den konzentrieren und baulich, sichtbaren Auftakt der Promenade und der Schau. Wasserski mit Café, Erlebnisgastronomie und Bootsverleih sowie das Amphitheater mit Veranstaltungsbühne und Bereiche mit Sonderthemen (Friedhof) lagern sich in und an der Promenade an. Das Freibad bildet den nördlichen Endpunkt der Promenade.

Im Norden gelangt der Besucher über Treppen und Rampen auf ein mit Wechselflor besetztes Plateau (Point de Vue), das den Blick über den See bis hin zur Promenade freigibt. Der Parkplatz wird temporär mit Baumkübeln – einer Baumschule gleichend – gegliedert.

Die Ausstellungsthemen konzentrieren sich entlang der neuen Promenade und innerhalb der punktuell gesetzten „Kiesel“. Neben den traditionellen Gartenschauthemen wird anhand des vorliegenden landschaftlichen Potentials ein Naturlehrpfad mit Informationspunkten entwickelt, der sich anhand von Rundwegen um den See mit freigehaltenen Blickpunkten und innerhalb der Naturlebensräume Heide, Pionierwald, Birkenmoorwald und Moor sowie den angrenzenden Feld und Wiesenstrukturen bewegt. Temporäre sowie dauerhafte Einbauten (Pavillons) dienen der wohlverdienten Pause sowie der Information und lenken die Blicke auf bestehende Besonderheiten.

Im Westen, in der unmittelbaren Nähe zur angrenzenden Wohnsiedlung, lagern sich der Wasserspielplatz, Flächen für Trendsportarten und Bereiche für weitere Sonderthemen an. Das Arboretum wird in nördlicher Richtung erweitert und vermittelt den Übergang der städtebaulichen Kante zum Landschaftsraum.

Der bestehende Bau- und Abenteuerspielplatz wird außerhalb des Gartenschaugeländes in die Nähe der Punkthochhäuser verlagert. Die Erweiterung der Kleingärten als Sonderthema lagern sich nördlich an den Bestand an und sind integrierter Bestandteil der Gartenschau.

Wasser

Der Wunsch kostenpflichtige Freizeitaktivitäten (Freibad, Wasserski, Bootsverleih) im und auf dem Wasser zu ermöglichen und gleichzeitig wertvolle Uferbereiche schützen zu wollen erscheinen zunächst widersprüchlich. Durch den Wiedereinbau der Erdmassen des ehemaligen Dammes in den Uferbereichen werden flache Gewässerzonen ausgebildet, die durch einen dichten Saum von Schilf- und Binsenvegetation den Zugang zum Wasser erschweren. Lediglich die Bereiche kostenpflichtiger Nutzungen sowie gastronomische Einrichtungen entlang der Promenade werden freigehalten und gewähren den Zugang zum See.

Wege

Die Erschließung entwickelt sich aus der Typologie des Ortes. Dimensionierung und Versiegelungsgrad der Wege nehmen proportional zu Intensität der Nutzung ab. Die Promenade als zentraler und intensivster Ort sowie die integrierten Gebäude manifestieren sich in der Verwendung von festen Oberflächen. Das anschließende Erschließungsnetz aus Wegen, Trampelpfaden und Stegen wird durch offenporige Materialien (Sand, Kies, Rindenmulch) und Holzoberflächen belegt. Seine Dichte und sein Verlauf richtet sich nach dem Bestand und der Topografie.

Promenade und Einbauten

Die zwischen einem halben und drei Meter über Wasserniveau gelegene Promenade entwickelt sich aus einer geschwungenen, horizontalen und offenen Fläche, die den Blick zum See freihält, die Weite und Großzügigkeit der Landschaft hervorhebt und vielfältige Nutzungen (Rollsport, etc.) ermöglicht. Sämtliche, baulichen Nutzungen und deren Dachoberflächen (Wasserskibereich, Erlebnisgastronomie, Bootsverleih) sind niveaugleich ausgebildet und stärken den fließenden und offenen Charakter des Raumes sowie die Qualitäten des Sees und seiner Ufer. Lediglich die Kletterhalle im Süden bildet mit ihren 24 Metern einen in dritter Dimension signifikanten und weithin sichtbaren Auftakt (Landmarke). Das Freibad liegt an der Schnittstelle zwischen urbanem Aktionsraum (Promenade) und landschaftlichem Ruhepool (Hangwiese). Das Gebäudevolumen und die Erschließungsbereiche integrieren sich in die angrenzende Topografie und vermittelt somit zwischen Promenade und Landschaftsraum. Die Materialität der Oberflächen entwickelt sich aus dem direkten Bezug des Sand- bzw. Kiesabbaus und den ehemaligen Produktionsstätten des Betonwerkes und wird in unterschiedlichen Betonkörnungen (glatt bis ausgewaschen) hergestellt.

Steel

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