Innenperspektive Spaceball
Graz, Austria

Neuerrichtung Produktionstechnikzentrum TU Graz

Copertina il 13 Ottobre 2008

PROJEKTBESCHREIBUNG / KUEZFASSUNG
1. Entwurfskonzept
Grundsatzüberlegungen und städtebauliche Gesichtspunkte Die Anlage besteht aus kompakten, streng geometrischen Baukörpern, deren Anordnung den Campuscharakter fortführt und Aussenräume mit Plätzen und Wegen und der Möglichkeit vielfältiger Blickbeziehungen erzeugt. Ein dominantes Gebäude – ein siebengeschossiger „Würfel“ – markiert den Zugang zum TU Campus in zeichenhafter Weise. Es bildet einen städtebaulichen Schwerpunkt für die nähere Umgebung und stellt einen gewissen Bezug zu dem am westlichen Ende gelegenen würfelförmigen Laborgebäude der E-Technik her. Das entsprechende Vorfeld für das Gebäude bildet ein Platz – ein Aufenthalts- und Begegnungsbereich im Freien – der an drei Seiten von Instituts- und Laborgebäuden umschlossen wird und an der Inffeldgasse zum weitläufigen Freiraum der benachbarten Sportanlagen geöffnet ist. Alle allgemeinen Einrichtungen sind zum verkehrsfreien Platz hin orientiert und werden von diesem her erschlossen. Der quadratische „Hauptbaukörper“ des 2. BA bildet die ruhige Mitte der Anlage, dann folgt der Richtungswechsel der zeilenförmigen südlichen Bebauung, welches das TU Gelände gegen das anschliessende Wohngebiet hin abgrenzt. Sie bildet auch die Lärmabschirmung für das Wohngebiet. Labors sind im Zentrum der Anlage situiert oder zu diesem hin orientiert, Büros und Seminarräume sind vom Lärm abgekehrt orientiert. Das Bürogebäude an der Petersgasse und der dominante „Würfel“ relativieren das Gewicht der großen Wohnblöcke und tragen zu deren besseren Einbindung in die umgebende Bebauung bei.

Äussere Gestaltung
Die Fassade des „Würfels“ ist durch geschosshohe und geschossweise wechselnde Bänder aus opaken und transparenten Flächen bestimmt, welche jeweils übereck wechselweise versetzt sind und somit eine einprägsame Charakteristik erzeugen. Diese Wechsel in der Fassade finden auch in der inneren Struktur und der Verteilung der Räume ihre Entsprechung und sind bei der inneren Gestaltung näher beschrieben.

Struktur und innere Gestaltung sowie funktionelle Verteilung (RFP)
Das Raum- und Funktionsprogramm des 1. Bauabschnittes ist auf 2 Gebäude verteilt: auf den 7-geschossigen „Würfel“ und auf ein 4-geschossiges einhüftiges Gebäude Das einhüftige Gebäude ist an der Inffeldgasse unmittelbar vor dem Grossmotorenzentrum situiert, mit direkten Anbindungsmöglichkeiten an dieses wie auch an den „Würfel“. Im Erschliessungsbereich des Gebäudes sind übereinanderliegend 2 grosszügige Aufenthaltszonen für die Studierenden – jeweils mit 2-geschossigen Lufträumen konzipiert. Die Struktur des „Würfels“ besteht aus einem zentralen Kern mit Stiegenhaus und WC und einem die Geschosse verbindenden Luftraum. Um diesen Kern sind die Büro- und Laborräume in der Weise angeordnet, dass Räume grösserer Raumtiefe und Räume geringerer Raumtiefe geschossweise in einer Kreisbewegung wechseln – dies korreliert mit dem erwähnten Fassadenbild. Im Kernbereich wechseln die geschlossenen und offenen Vertikalflächen geschossweise. So ist das Stiegenhaus geschossweise alternierend transparent oder opak abgeschlossen. Auf diese Weise wird ein abwechslungsreicher und dennoch regelmässiger Innenraum mit repräsentativen Charakter erzeugt. Der 2. Bauabschnitt besteht ebenfalls aus 2 Gebäuden: einem quadratischen 3-geschossigen Baukörper und einem länglichen 3-geschossigen Baukörper. Der zentrale Bereich des quadratischen Gebäudes ist von zweierlei Höfen geprägt – einem offenen Atrium, über welches die Räume der Mittelspange und der Aufenthaltsbereich der allgemeinen Einrichtungen belichtet und belüftet werden, und einem glasgedeckten Luftraum über der Halle im 1.OG, dem Erschliessungs- und Aufenthaltsbereich der Studien- und Büroräume. Die Mittelzone des länglichen Baukörpers, zu deren beiden Längsseiten die Funktionsräume angeordnet sind, wird über beide Kopfseiten und ein zentrales Oberlichtband belichtet. Die Deckenausschnitte ermöglichen die Lichtverteilung in die unteren Geschosse, sowie Blickverbindungen zwischen den Geschossen, so dass die Erschliessungs- und Aufenthaltsflächen zu einem Hallenraum von heller und freundlicher Atmosphäre werden.

Das Kinderhaus
ist 2-geschossig angelegt und wird im Falle einer Umwidmung zu Büros 3-geschossig ausgebaut. Es hätte dann in analoger Struktur des vorbeschriebenen Gebäudes des 2.BA einen zentralen 2- geschossigen Hallenraum als Erschliessungs- und Kommunikationsfläche in den Obergeschossen. Die Erweiterungsmöglichkeit mit einem dritten Geschoss ist bei künftigem Erfordernis natürlich auch für den Kindergarten gegeben. In der Kinderhausnutzung ist im EG der Kindergarten und die flexible Kinderbetreuung untergebracht und im Obergeschoss die Kinderkrippe mit einer U-förmig umschlossenen geschützten Terrasse. Das Flachdach wird in räumlicher Verbindung und entsprechenden Blickbeziehungen zum 1.OG als benutzbarer Dachgarten ausgebildet.

Das Büro- und Geschäftshaus
ist 4-geschossig und folgt in seiner Höhenentwicklung dem städtebaulichen Gutachten. Im rückspringenden Erdgeschoss sind Gastronomie und Nahversorgungseinrichtungen vorgesehen, in den Obergeschossen Büros.

2. Energiekonzept und Ökologie

Alle Baukörper sind sehr kompakt gehalten und haben ein günstiges Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen. Dies verringert den Wärmeverlust und wirkt sich günstig auf die Betriebskosten aus. Nahezu alle oberirdischen Räume sind natürlich belichtet und belüftet. Unerwünschter Wärmeeintrag in den Sommermonaten wird durch Beschattungsanlagen mit den bereits erwähnten Lichtlenkungseigenschaften abgehalten, während in den Wintermonaten die Glasflächen zur passiven Nutzung der Sonnenenergie verwendet werden. - Die massive Tragkonstruktion des Gebäudes bildet die Speichermasse für den Temperaturausgleich.
- hochwärmedämmende Aussenhaut
- Grundwassernutzung für Wärmeenergie und Kühlung
- Sonnenkollektoren für die Warmwassererzeugung
- Photovoltaikanlagen auf den Dächern zur Stromerzeugung und Netzeinspeisung
- Flächenheizungen und grossflächige Flachradiatoren sorgen für hohen Strahlungswärmeanteil mit geringen Rücklauftemperaturen
- hoher Wärmerückgewinnungsanteil bei Lüftungsanlagen
- Grundwassernutzung für Vorkonditionierung der Luft im Sommer
- Betriebszeitensteuerung für Lüftung, Heizung und Beleuchtung
- Photozellensteuerung für Beleuchtung
- Energiemanagement mit laufendem Energiemonitoring
- überwiegend Fertigteilbauweise: Durch den hohen Vorfertigkeitsgrad kürzere Bauzeiten und geringere Fertigungstoleranzen
- Verwendung von Holz im Ausbau bei Decken und Böden, Fenstern und Türen
- ökologisch hochwertige Dämmstoffe (Hanf, Flachs etc.)
- Die leichte Trennbarkeit der Ausbauteile lässt einen grossen Spielraum in punkto Anpassungsfähigkeit und Flexibilität des Raumkonzeptes zu.
- Gründachausbildung
- befestigte Freiflächen überwiegend mit durchlässigen Oberflächen (Dränsteine, Schotterrasen – System Boku)

Progettazione

  • Hans Mesnaritsch, Progettista

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