(Handzeichnungen Willi Landers www.picto-graph.de)
© Förder Demmer Landschaftarchitekten . Pubblicata il 22 Ottobre 2008.
1. Die 4 Elemente
Das Gestaltungskonzept für die Plätze basiert auf den 4 Grundelementen der Natur: Feuer,
Wasser, Erde und Luft.
Jedem Platz wird ein Element als Leitidee zugewiesen. Dadurch erhält jeder Platz einen
spezifischen Gestaltungscharakter. Jedem Element können entsprechend der griechischen
Philosophie bestimmte Eigenschaften, Temperamente, Himmelrichtungen, Tierkreiszeichen
und geometrische Formen zugeordnet werden. Bei 12 Plätzen ist jedes Element dreimal
vertreten. Auf diese Weise entsteht sowohl Vielfalt als auch Einheitlichkeit.
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2. 12 Platzbilder
Das Ziel ist die Gestaltung interessanter und origineller Plätze voller Fantasie und mit hoher
Detailqualität. Es entstehen urbane Plätze mit hoher Aufforderungsqualität und hohem
Aneignungspotential.
Die Plätze laden zum Verweilen und zur Kommunikation ein. Ein Rahmen für vielfältige
Interaktionen soll entstehen, sowohl zwischen der Platzgestaltung und seinen Nutzern als
auch unter den Platzbesuchern selbst. Vor allem für Kinder sind sämtliche Plätze vielfältig
bespielbar, ohne explizit als Kinderspielbereiche ausgewiesen zu werden. Um den unter-
schiedlichen Nutzungsansprüchen der Bewohner, Angestellten und Gäste gerecht zu werden
bedarf es einer differenzierten Gestaltung der 12 Plätze.
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12 Plätze sind zu gestalten. Die Zahl 12 lädt zu vielen Assoziationen ein: 12 Monate, 12 Sternzeichen, die 12 Apostel, Ocean 12, Grünewald 12…... Die Zahl 12 symbolisiert wie die Flagge der Europäischen Union mit ihren 12 Sternen sowohl Einheit und Vollkommenheit als auch Vielfalt.
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12 Plätze mit unterschiedlichem Temperament und Sinnlichkeit werden entstehen. Im Kontrast zu der Geometrie des Städtebaues und der Architektur sowie zur zentralen Achse des Kirchberg-Plateaus soll eine poetische Ausstrahlung erzeugt werden. Eine behagliche Wohlfühlstimmung soll sich ausbreiten. Die Seele der Menschen soll angesprochen werden.
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Ausgehend von 4 Grundstimmungen, die symbolhaft auf den 4 Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde basieren, werden die Plätze als urbane „Wohnräume“ konzipiert, die 12 Stimmungen, Charaktere, Empfindungen darstellen. Wie Intarsien entstehen 12 gerahmte Platzbilder mit unterschiedlichem Temperament und voller Sinnlichkeit.
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3. Städtebauliche Vorgaben
Das neue Quartier Grünewald zeichnet sich in der städtebaulichen Konfiguration durch eine
rasterförmige Anordnung der Gebäude aus. Darin eingebettet sind 12 Plätze, die das
Quartier rhythmisch gliedern und durch Fuss- und Radwege miteinander vernetzt sind. Sie
vermitteln zwischen der Öffentlichkeit des Stadtteils und der Privatheit der Wohnblöcke mit
ihren Gärten. Die Plätze sind fast identisch in Form, Größe und Ausrichtung.
Zwei Plätze weisen in Form und Funktion eine leichte Modifikation auf:
- der zentrale „Quartiersplatz“ beim Ärztehaus
- der Platz am bastionsartigen „Bellvedere“
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4. Wechselwirkung zwischen Einheit und Vielfalt
Das Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einer einheitlichen Identität des Quartiers
und dem unverwechselbaren Charakter jeden einzelnen Platzes.
Angestrebt werden ästhetisch anspruchsvolle Plätze, die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten
aufweisen, die ökologisch wirksam sind und geringe Folge- bzw. Pflegekosten verursachen.
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Einheitlichkeit
- Dimensionierung der Plätze (Größe / Form)
- städtebauliche Anordnung der Plätze
- topographische Ausrichtung
- Platzrahmen / „Platz im Platz“/ „Platzbilder“
- thematische Klammer in der Platzgestaltung
- Materialität (Bodenbelag, Ausstattung, etc.)
- Einheitlichkeit der Grünverdingungen / „Grünes Band“
- konsequentes Regenwassermanagement
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Vielfalt
- differenzierte Architektursprache der Gebäude
- unterschiedliche Nutzer (Anwohner, Geschäftsleute, Gäste, etc.)
- unterschiedliche Alterstruktur der Nutzer: Kinder, Jugendliche. Erwachsene
- Tag- und Nachtatmosphäre
- individuelle, thematische Gestaltung jeden einzelnen Platzes
- unterschiedliche Leitpflanzen bzw. Bäume für jeden Platz
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5. Lauf der Sonne
In Wechselwirkung und Ergänzung zu den 4 Grundelementen drückt jeder Platz auch eine
Stimmung aus, die mit den 12 Monaten bzw. den 4 Jahreszeiten korrespondiert. Dies
spiegelt sich z.B. konkret in der Bepflanzung und der Nutzung der Plätze wieder. Es entsteht
somit eine mehr oder weniger verborgene Abfolge der Plätze, ein Kreislauf der Sonne, eine
immer wiederkehrende Abfolge der Jahreszeiten. Diese Geschlossenheit des Kreislaufes
fasst die einzelnen, individuell gestalteten Plätze thematisch zusammen.
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6. Aufnahme der Topographie
Das Plangebiet liegt in einem nach Südosten exponierten Hang. Diese spannende topo-
graphische Bestandssituation wird bewusst gestalterisch aufgenommen und zum Thema der
„Diagonalen“ weiterentwickelt. Die Verdeutlichung der Höhenlinien und Höhenunterschiede
erfolgt durch die Gestaltung der Plätze als schiefe Ebenen bzw. mit Stufen und vor allem
durch die Anordnung von Gestaltungselementen in West-Ost-Richtung. Durch diese leicht
diagonale Ausrichtung der Plätze entsteht in der städtebaulichen Rasterstruktur ein
spannungsreicher Kontrast.
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7. Klare Stadtkante
An der südlichen Grenze des Plangebietes wird an dem Übergang zwischen Stadt und
Landschaft eine klar definierte Stadtkante gebildet. Der vorhandene Höhenunterschied
wird in Form einer Terrassierung und einem bastionsartigen Aussichtsplatz („Bellvedere“)
nach Süden zum Parc Klosegroendchen und zum Regenrückhaltebecken herausgearbeitet .
Natursteinmauern prägen deutlich sichtbar diese Stadtkante. Es entsteht eine Dualität
zwischen Nähe und Ferne, die auch in die angrenzende Platzgestaltung mit einfließt.
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