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Eferding, Austria

Stöcker Fashion Store

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KUBATUR: Der Bestand des Kaufhaus Stöcker wird als sukzessiv gewachsene Struktur aufgefaßt. Der Erwei-terungsbau soll aber keine weitere „Ausbaustufe“ darstellen, sondern gibt dem heterogenen Ensemble seinen räumlichen Abschluß. Dabei erhält der Stadtraum im Spannungsfeld zwischen Stadtplatz und Schloß eine wirksame neue Setzung, welche sowohl den Zugang zur Kirche bereinigt als auch die „Erweiterungsgeschich-te“ des Kaufhaus Stöcker zuendeschreibt.

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FASSADE / HÜLLE: Wie für den Einzelnen Kleidung sowohl pragmatischer Gebrauchsgegenstand als auch individuelle Ausdrucksmöglichkeit ist, wird auch die Fassade des Erweiterungsbaus diesen beiden Ansprü-chen gerecht. Neben allen funktionalen Kriterien reagiert die Hülle auf das bestehende Umfeld, greift Struktu-ren und Typologien auf und setzt diese in einen zeitgemäßen Kontext: Als massiver geerdeter Körper fühlt sich der Bau seinem Umfeld verpflichtet, mit seiner Transluzens und seinen Ein- und Ausblicken verweißt er auf sein Wesen und Innenleben.

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STADTRAUM / WEGE: Im Zuge der Erweiterung des Modehauses Stöcker wird das Ensemble aus Stadtplatz – Schloß und Kirche städtebaulich durch das Setzen einer klaren Kubatur beruhigt. Darüber hinaus wird die Verbindung zur Kirche als Überlagerung von Volumen und Weg schlüssig geklärt. In diesem Zusammenhang wird die Stadtmauer „reaktiviert“ und als Leit-Element in das Wegenetz eingebunden. Das Kaufhaus über-nimmt dabei die „Wegpatenschaft“: Am Stadtplatz nimmt es den Passanten auf und entläßt ihn entlang der Stadtmauer wieder in Richtung Kirche. Das Musikerheim kann – so lange wie gewünscht – weiter in Benutzung bleiben; schon jetzt können die Grundstücks- und Nutzungsverschneidungen zum Schloß Starhemberg neu geordnet und dem historisch achsialsymmetrischen Ursprungszustand wieder angenähert werden.

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VERKNÜPFUNG: Der Erweiterungsbau schließt den Bestand nach Osten hin dreigeschossig ab. Die Eingriffe in die bestehende Substanz beschränken sich auf die Optimierung der internen Verbindungen. Die verschie-denen vorhandenen statischen Systeme bleiben unberührt oder werden in den Neubau weitergeführt. Die Dachlandschaft wird geglättet, sodass die Fortschreibung des Hauptdachs über den Neubau möglich wird. An den Schnittstellen zwischen Alt- und Neubau befindet sich die vertikale Erschließung wie auch die Über-gänge der verschiedenen Höhenniveaus. Lufträume erleichtern die Orientierung im Raum und lassen den Wechsel zwischen den Gebäudeteilen lesbar.

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ORTSBEZUG & WEGE: Sowohl mit dem Ortsbild Eferding als auch mit dem speziellen Bauplatz steht der Neubau im spannungsvollen Dialog: Die historischen Schloßachsen und die typische Straßenaufweitung bestimmen den Zuschnitt des Baukörpers. Zudem bildet sich die gewachsene Wegeverbindung zur Kirche räumlich im Gebäude als Passage ab. Diese Überlagerung von öffentlichen Raum und Modehaus eröffnet dabei neue Möglichkeiten der Präsentation und Interaktion (Zonierung des Erdgeschoßes, Ansprache unter-schiedlicher Zielgruppen, eigener Zugang zum Young-Fashion-Bereich). Bei strikter Einhaltung der Sichtachse zur Kirche wäre eine Anpassung des Gebäude-Volumens zu Lasten des Raumprogramms möglich.

ORTSBEZUG & ROUTING: Die präsente Lage ermöglicht es, den Baukörper mit wenigen kräftigen Öffnun-gen zu proportionieren. Diese beziehen sich auf identitätsstiftende Blickbeziehungen zu Schloß, Stadtplatz und Kirche. Die großzügigen Fensteröffnungen stehen im Innenraum in Kontakt mit der vertikalen Erschlie-ßung und deren vorgelagerten freien Flächen. Mit den Funktionsabläufen abgestimmt, befördern sie so das Routing innerhalb der einzelnen Geschoßebenen, gewährleisten die Orientierung innerhalb des Gebäudes über markante Fixpunkte und leiten den Besucher. Mode, Architektur und der Kunde selbst werden durch diese Aus- und Einblicke Teil des urbanen Gesche-hens im Zentrum Eferdings.

ROUTING & KERN: Aus der Erweiterung resultierend, rückt der älteste Gebäudeteil wieder ins Zentrum des Gebäudes. Hier wirkt er als Drehpunkt des Routings. In seiner Funktion als interner Erschließungsraum nahe-zu obsolet geworden, wird er zum „Funktionskern“. Er bündelt dazu an zentraler Stelle Umkleiden, Toiletten und die Haustechnikmedien. Die interne Treppe ins 2. Obergeschoss bleibt erhalten. Das Routing findet seinen Abschluß im Dachgeschoß: Vom 2. Obergeschoß erschlossen, öffnet sich eine einghängte Galerieebene in den Dachraum. Ihr vorgelagert durchbricht ihre – zur Kirche orientierte – Terrasse die Dachfläche.

FASSADE: Die Fassade mit ihren changierenden Öffnungen läßt einen hohen Tageslichtanteil im Gebäude zu. Äußerlich ist sie dagegen monolithisch wirksam. Erst bei Dunkelheit kehrt sich dieses Verhältnis um – dann erstrahlt das Innenleben des Modehauses in den Stadtraum. Die mineralische Fassade kann zum einen konventionell als mehrschaliges System (Außenhaut-Tragstruktur-Klimahülle) realisiert werden. Alternativ wäre ein Aufbau aus vorgefertigten Elementen denkbar, welche mas-sive Hülle, Glas und Dämmung schon beinhalten und auf der Baustelle gefügt werden. Da der Elementver-bund nach seiner Montage auch statisch wirksam werden kann, würde die formale Erscheinung des Gebäu-des und seine Lastabtragung einander entsprechen.

persons involved within WOLF ARCHTEKTUR:

Wolf Grossruck,
Susann Petersohn,
Andreas Pieper,
Stefan Schildhauer

Ered

Europaconcorsi cura il servizio di informazione sui bandi di progettazione e la realizzazione del servizio albo-on-line delle seguenti associazioni professionali:

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