Projects
Frontcovers
Top Favorites
Latest
Competitions
Albums
Details
Newsletters
Bielefeld, Germany

Fachhochschule Bielefeld: Campus "Lange Lage"

Eingang_large

KOMPAKT/PORÖS
Stringenz und neue Raumqualitäten
Rationales Layout in Verbindung mit poröser, baulicher Formation schafft neben klarer Wegeführung und dementsprechend guter Orientierung differenzierte Raumsequenzen und eine spannungsvolle Verschränkung zwischen innen und außen. Aufbauend auf einem strikten Konstruktionsraster von 750×775 cm entsteht ein ebenso kompakter wie auch durchlässiger Körper. Trotz großer Dichte entstehen durchwegs gut beleuchtete Räume mit unterschiedlichsten Ausblicken, Durchblicken … Eine offene Struktur mit betont heller und freundlicher Atmosphäre und ein vielfältig kommunikatives System (analog dem angelsächsischen Campus). Die spannungsvolle Positionierung an einer Geländekante, an der die Gebäudeflügel schwebend in die Landschaft ragen, erzeugt eine intensive Verflechtung des Gebäudes mit seinen grünen Höfen und dem umgebenden Freiraum. Es entsteht eine Fachhochschule, die nicht nur funktionelle Kriterien erfüllt und für kommunikative urbane Dichte sorgt, sondern auch das einmalige Potential seiner Lage im Grünen nützt.

Pr채sentationsblatt1_large

EINFACH/KOMPLEX
Klarheit und innere Differenzierung
Ausgehend vom platzartigen Foyer, neben dem Audimax, Konferenzzentrum und Mensa liegen, führt eine viergeschossige, von Brücken und Plateaus dreidimensional durchwegte Halle durch die Tiefe des Gebäudes und erschließt klar und übersichtlich die vielfältigen Bereiche der Anlage. Licht fällt reichlich von oben und wechselweise von den seitlich angelagerten Innenhöfen ein, in denen üppiges Grün gleichsam einen Filter zwischen den sich dort gegenüber liegenden öffentlichen Funktionen (Hörsäle, Bibliothek) erzeugt. Ausgehend von dieser Halle erschließen Nebenwege, die sich immer wieder zu Kommunikationszonen mit Ausblicken auf die grünen Höfe oder in die Landschaft weiten, die Breite des Gebäudes. Dadurch entstehen akzentuierte Wegeführungen und spannungsvolle Raumsequenzen. Die Vertikalerschließung erfolgt über – auch in Bezug auf die Fluchtweglängen – optimiert angeordnete helle und großzügige Treppenhäuser welche aber auch alle Anforderungen an gesicherte Fluchtwege erfüllen und ebenerdig direkt ins Freie führen. Durch die Beschränkung auf 3 Obergeschosse entsteht Überschaubarkeit und Maßstäblichkeit im Inneren wie in den Freiräumen. Es wird besonderes Augenmerk auf die barrierefreie Gestaltung der Anlage, und zwar in Hinsicht auf die Benutzbarkeit mit motorischen wie auch sensorischen Beeinträchtigungen. Obwohl bedacht nehmend auf die Errichtungs- und Betriebskosten eine hochgradig rationelle Konzeption verfolgt wird, entsteht ein Gebilde, dessen hohe Reaktionsfähigkeit die vielfältigen Anforderungen mit scheinbarer Leichtigkeit bewältigen lässt.

Pr채sentationsblatt2_large

KONSTRUKTION/ MATERIAL
Leichtigkeit und Tiefe
Das Gebäude wird in konventioneller Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Zwischen den einzelnen Deckenplatten erfolgt der Ausbau in Leichtbauweise durch industriell vorgefertigte Innen- bzw. Außenelemente. Dadurch kann der Bau kurzfristig und effizient errichtet werden und es bleibt künftig eine hohe Flexibilität gewährleistet. Eine etappenweise Realisierung der Ausbaustufen (Ingenieurwissenschaften wie auch allgemeine Erweiterung) ist möglich, wobei das Gebäude jeweils eine ästhetisch anspruchsvolle Baumasse zeigt. Die Fassade besteht aus einer gläsernen Außenhaut, die jedoch nur im notwendigen Ausmaß vollkommen transparent ausgeführt ist. Ansonsten dienen einfache, in wechselnder Dichte semitransparente Glastafeln als dauerhaftes und wartungsfreies Abdeckmaterial für den hinterlüfteten, mehrschaligen und hoch wärmegedämmten Wandaufbau. Das ergibt eine verhältnismäßig kostengünstige Lösung, die obendrein gestalterische Vorstellungen erfüllt. Die weißlich changierende Fassade mit ihren zurückgesetzten und in Format und Zuschnitt auf die dahinter liegenden Räume reagierenden Fenstern verleiht dem Gebäude eine betont leichte, luftige Präsenz. Das relativiert die große Masse der Gesamtanlage und vermittelt Großzügigkeit ebenso wie Eleganz.

Pr채sentationsblatt3_large

FREIRAUMKONZEPT
Das Gebäude öffnet sich kammartig nach Süden in das abfallende Gelände und lässt somit eine Verzahnung mit der umgebenden Landschaft zu. Die transparente Bauweise erzielt zusätzlich eine Durchdringung von Baukörper und Umgebung und hebt die Grenzen auf. Die Vegetationselemente der Großlandschaft des angrenzenden Teutoburger Waldes durchdringen das Campusgelände und verbinden sich mit der urbanen Gestaltung der intensiv genutzten Platzflächen und Innenhöfe zu einem einheitlichen Ganzen. In der Form von Wolken, die über das Hochschulgelände ziehen, verdichten sich Gestaltungselemente, lösen sich andernorts wieder rasterartig auf und vermitteln somit ein dynamisches, abwechslungsreiches Gesamtbild.

Pr채sentationsblatt4_large

PLÄTZE
Auf den großzügig dimensionierten befestigten Platzflächen im Norden und Nordwesten des Gebietes markieren zwei Baumblöcke aus mächtigen Eichen (Quercus petraea) bzw. Linden (Tilia europaea ‚Pallida’) diese zentralen Knotenpunkte und spenden Schatten für diverse Nutzungen wie die öffentliche Haltestelle und Fahrradabstellmöglichkeiten. Vor dem Haupteingangsbereich der Hochschule wird die Wolkenstruktur durch eine „Lichtwolke“ aus Bodeneinbauleuchten ausformuliert. Einzelne Rasterpunkte erheben sich in die dreidimensionale Ebene als Sitzelemente, andere bilden ein Belagsmuster im Boden.

Vogelpers1_large

WIESEN UND HAINE
In der unmittelbaren Umgebung der Gebäude werden die Grünflächen aus artenreichen Kräuter- und Blumenwiesen bestehen, die teilweise von den Studierenden auch als Liegewiesen genutzt werden können. Locker verstreute Baumhaine und Einzelbäume (Eichen, Birken, Hainbuchen) ziehen sich über das Gelände und verzahnen es mit der umgebenden Landschaft – einer Bachaue und den Ausläufern des Teutoburger Waldes. Die Wolken werden hier temporär erlebbar durch in die Wiesenflächen eingestreute Frühjahrsblüher, wie Dichternarzissen (Narcissus poeticus) und Wildkrokusse (Crocus tommassinianus). Das verbindende untergeordnete Fußwegenetz wird in wassergebundener Wegedecke mit stabilisierter Bauweise ausformuliert.

Vogelpers2_large

INNENHÖFE
In den unterbauten Innenhöfen tauchen wolkenartig verschiedene Bepflanzungsthemen auf. In ein Bett aus flächigen Bodendeckern wie Immergrün (Vinca minor), Elfenblume (Epimedium perralderianum) oder Storchschnabel (Geranium endressii) streuen sich rasterartig dicht oder weniger dicht Gehölze. Beispielsweise erscheint ein Hof als ein dichtes Birkenwäldchen mit hell leuchtenden Stämmen, unterpflanzt von luftigen Gräsern (Deschampsia cespitosa ‚Goldschleier’). In einem anderen Hof dominieren wiederum mehrstämmige Zieräpfel (Malus-Hybride ‚Red Sentinel’) als „Blütenwolke“ kombiniert mit eichenblättrigen Hortensien (Hydrangea quercifolia) und Storchschnabel als Unterpflanzung. Somit wird durch die unterschiedliche Anmutung eine Identifikation und Adressbildung für die einzelnen Höfe erreicht, wobei durch die Kombination der Pflanzen auch der Wechsel der Jahreszeiten erlebbar gemacht wird. In Höfen, die betreten werden können, wird statt den Bodendeckern eine begehbare Kiesfläche eingesetzt.

Foyer_large

TECHNISCHE GEBÄUDEAUSRÜSTUNG
AUFGABENSTELLUNG
Der Neubau der Fachhochschule Bielefeld soll in allen Bereichen beispielhaft für eine nachhaltige Entwicklung werden. Die zentrale Herausforderung ist es daher, alle im architektonischen Entwurf liegenden Potentiale zur Reduktion der erforderlichen Energien für Heizung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung weitestgehend auszuschöpfen.

GRUNDÜBERLEGUNGEN
In Ergänzung zum architektonischen Konzept für das geplante Bauvorhaben, wird ein Konzept für eine energieeffiziente Haustechnik erstellt, welches die hohen Anforderungen im Hinblick auf nachhaltige Nutzung alternativer Energieträger erfüllen kann. Daher wird bei der technischen Gebäudeausrüstung darauf geachtet, dass natürliche Ressourcen schonend genutzt werden. Das Gebäude soll mit einer energieeffizienten Gebäudehülle ausgestattet werden. Dabei sollen ökologisch hochwertige und langlebige Baustoffe verwendet werden. In Bezug auf die Energieverteilung wird ein klares Konzept verfolgt, um die Anlagenbetreuung und die laufenden Kosten der Haustechnik zu minimieren.

BEHAGLICHKEIT
Die Gebäudehülle wird energieeffizient gebaut. Dies bildet die Voraussetzung, dass im Gebäudeinneren, sowohl im Sommer als auch im Winter, behagliche Bedingungen entstehen können. Die Beschattungseinrichtungen werden zentral geregelt und können individuell in ihrer Stellung beeinflusst werden. Die Beschattungseinrichtungen sind so beschaffen, dass das natürliche Tageslicht tief in die Räume eindringen kann, um Beleuchtungsenergie zu sparen, ohne ungünstige thermische Auswirkungen auf die Räume zu haben. Thermisch aktivierte Bauteile (TAB): Optimale thermische Behaglichkeit in den Vortragsräumen und Büros soll durch den Einsatz von thermisch aktivierten Decken und teilweise auch Wänden, sowohl im Heizbetrieb, aber vor allem im Kühlbetrieb, erreicht werden. Über die thermisch aktivierten Decken soll ein großer Teil der erforderlichen Heiz- und Kühlenergie mittels Strahlung zugfrei und ohne störende Geräuschentwicklung in die Räume eingebracht werden. Die niedrigen Heizmitteltemperaturen im Heizbetrieb und die relativ hohen Kühlmitteltemperaturen im Kühlbetrieb, ermöglichen eine optimale Nutzung von alternativen Heizenergiequellen (Thermalwasser, Wärmepumpe) und natürlichen Temperatursenken (Energiesonden). Individuelle Raumtemperaturbedingungen: Zur exakten und individuell einstellbaren Raumtemperaturregelung für die einzelnen Räume werden in den Vortragsräumen und Büros Zusatzheizflächen, in Form von Radiatoren, vorgesehen. Fallweise, bei großen internen Wärmelasten, werden zusätzliche Kühlgeräte für die Aufrechterhaltung optimaler Raumtemperaturbedingungen erforderlich sein. Mit den Raumtemperaturregelungen können Fremdwärmeeinflüsse, wie Sonneneinstrahlung, Wärmeabgabe durch Licht, Geräte und Personen, optimal für Heizzwecke genutzt werden.

HEIZUNGSTECHNIK
In größeren Tiefen, bis 1000 m, soll laut geologischer Vorbegutachtung, am gegenständlichen Grundstück, geothermisches Potential vorhanden sein, welches für Heizzwecke genützt werden kann. Besonders die thermisch aktivierbaren Decken und Wände bieten günstige Voraussetzungen, um das Thermalwasser, welches mit Temperaturen von 35 bis 38 °C zur Verfügung stehen soll, direkt über einen Wärmetauscher, ohne Zwischenschaltung einer Wärmepumpe, zu nutzen. Neben der direkten Wärmenutzung werden Wärmepumpen eingesetzt, welche, wegen der günstigen Temperaturbedingungen, mit hoher Effizienz für die Heizenergieversorgung des Gebäudes sorgen. Neben der Nutzung des geothermischen Potentiales über Wärmepumpen soll ein Fernwärmeanschluss hergestellt werden, welcher für Spitzenlastabdeckungen und für Leistungsreserven sinnvoll genutzt werden kann. Voraussetzung für die Nutzung der Geothermie ist die behördliche Genehmigungsfähigkeit der Anlagen, eine ausreichende Wassermenge und eine geeignete Wasserqualität. Diese Voraussetzungen sind im Zuge der Vorentwurfsplanung im Detail zu prüfen und durch Messungen abzusichern. Heizungssystem: Die thermisch aktivierten Betondecken und teilweise Betonwände sollen für eine Grundlastbeheizung verwendet werden. In Foyers sollen Fußbodenheizungen vorgesehen werden. Die restliche erforderliche Heizenergie wird über Radiatoren, welche auf Niedertemperaturbetrieb ausgelegt werden, eingebracht. Warmwasserbereitung: Die Warmwasserbereitung für die Küche der Mensa wird mit einer eigenen Wärmepumpe vorgesehen. Mindestens 60 % des zu erwartenden Warmwasserbedarfes der Küche, soll über eine thermische Solaranlage abgedeckt werden. Die Solaranlage wird am Gebäudedach vorgesehen und dient auch Schulungs- und Forschungszwecken. Neben der Brauchwarmwasserbereitung wird die Solarenergie auch in das Heizungssystem eingebracht. Diverse dezentrale Warmwasserzapfstellen werden über dezentrale Frischwasserstationen versorgt. Die Heizenergieversorgung für die Beheizung dieser Warmwasserbereiter erfolgt über das Heizungssystem durch die Wärmepumpenanlage. Auf geringste Systemwassermengen bezüglich Trinkwasserhygiene wird besonders geachtet. Energieverteilung: In der Heiztechnikzentrale, welche sich im Untergeschoss des Gebäudes befindet, erfolgt eine Aufteilung der Heizungssysteme in die zwei Gebäudebereiche Universität und Fachhochschule. Der Energieverbrauch der beiden Bereiche wird getrennt erfasst. Über eine horizontale Verteilung im Untergeschoss und im Erdgeschoss gelangen die Hauptleitungen in die vertikalen Erschließungsschächte im Bereich der Liftkerne und der Sanitärgruppen. Von dort erfolgt die Verteilung in den Zwischendeckenbereichen der Gänge und den Doppelböden.

KLIMAKÜHLUNG
Grundlastkühlung mit TAB: Die Energieversorgung für die Bauteilkühlung (thermisch aktivierte Decken und Wände) erfolgt im Kühlbetrieb durch die Energiesonden, welche sich im Untergrund unter dem Gebäude befinden. Einerseits werden die statisch erforderlichen Pfahlgründungen mit Energiesonden ausgestattet. Andererseits werden zusätzliche Tiefensonden bis in ca. 100 m Tiefe hergestellt. Über diese beiden Systeme wird die natürliche Temperatursenke für die direkte Kühlung der Bauteile verwendet. Die thermisch aktivierten Decken und Wände eignen sich durch die relativ hohen Kühlwassertemperaturen optimal für die Einbringung eines großen Teiles der für die Räume erforderlichen Klimakühlenergie. Raumkonditionierung: Für Büros mit üblicher Belegung und moderner energiesparender Ausstattung reicht die Bauteilkühlung über die Decke für behagliche Temperaturbedingungen aus. In Räumen mit höheren thermischen Lasten werden zusätzliche Kühleinrichtungen vorgesehen. Energieoptimierte Kaltwassererzeugung: Für die Abdeckung zusätzlich erforderlicher Kühlenergie für Lüftungsanlagen und zu klimatisierende Bereiche, welche niedrigere Kühlmitteltemperaturen für Entfeuchtungszwecke benötigen – diese kann durch die Energiesonden nicht bereitgestellt werden -, soll eine Kaltwassererzeugung mit adiabatischer Kühlung verwendet werden. Die Hauptlast der Kühlarbeit erfolgt durch die Verdunstungskühlung von Wasser im Abluftstrom des Kaltwassererzeugers. Der in die Kältemaschine eingebaute elektrisch betriebene Kältekompressor wird nur einen sehr geringen Anteil an der erforderlichen Kühlarbeit leisten. Energieverteilung: In der Kühltechnikzentrale, welche sich im Untergeschoss des Gebäudes befindet, erfolgt eine Aufteilung der Kühlungssysteme in eine Versorgungsschiene mit warmen Kühlmitteltemperaturen für Bauteilkühlung und eine Versorgungsschiene für niedrige Kühlmitteltemperaturen, und in die zwei Gebäudebereiche Universität und Fachhochschule. Der Energieverbrauch der beiden Bereiche wird getrennt erfasst. Über eine horizontale Verteilung im Untergeschoss und im Erdgeschoss gelangen die Hauptleitungen in die vertikalen Erschließungsschächte im Bereich der Liftkerne und der Sanitärgruppen. Von dort erfolgt die Verteilung in den Zwischendeckenbereichen der Gänge und den Doppelböden.

LÜFTUNGSTECHNIK
Im Gebäude muss eine gute Luftqualität vorhanden sein um günstige Studienbedingungen zu schaffen. Lüftung Vortragsräume, Labors, Besprechungsräume: Zu diesem Zweck werden diverse Vortragsräume, Labors, Besprechungsräume usw. mechanisch be- und entlüftet. Sämtliche Lüftungsanlagen werden mit hocheffizienten Wärmerückgewinnungseinrichtungen vorgesehen. Bei den Lüftungsanlagen wird auf niedrige Strömungsgeschwindigkeiten und somit geringe Strömungswiderstände im Luftkanalsystem geachtet, um die Antriebsenergie der Ventilatoren möglichst gering zu halten. Die Kühlung der Zuluft wird mit höheren Kühlmitteltemperaturen erfolgen, um so wenig Entfeuchtung wie für die Einhaltung von behaglichen Raumluftzuständen erforderlich ist, zu erreichen. Durch diese Maßnahme steigt die Effizienz der Kaltwassererzeugung und der Anteil an regenerativer Energie für die Kühlwassererzeugung wird maximiert. Auf eine Befeuchtung der Frischluft kann, mit Ausnahme von Bereichen in welchen aus technischen Gründen reproduzierbare Bedingungen geschaffen werden müssen, wie beispielsweise in Labors, verzichtet werden, wenn die Frischluftmenge in die Räume bei sehr kalten Außentemperaturen auf ein hygienisch vertretbares Maß reduziert wird. Jeder Hauptraum wird mit Regelungseinrichtungen im Luftkanalsystem ausgestattet, um die Anlage bedarfsabhängig betreiben zu können. Von den Vortragsräumen strömt die Luft, durch schallgedämmte Überströmöffnungen, in die Foyers und Gangbereiche, wo sie an zentralen Stellen abgesaugt wird. Luftkanalführung: Um die Luftkanalführungen zwischen den Lüftungszentralen und den zu lüftenden Bereichen zu optimieren, wurden die erforderlichen Lüftungstechnikzentralen, im Untergeschoss so verteilt, dass die Luftkanalwege möglichst gering werden. Die Hauptkanalführungen erfolgen in den vertikalen Erschließungsschächten bei den Liftkernen und bei den Sanitärgruppen. Die Verteilleitungen werden in den Zwischendeckenbereichen der Gänge verlegt. Lüftung Büros: Die Büros für eine oder zwei Personen sollen in ihrer Grundausstattung beheizt und mit Bauteilkühlung sanft gekühlt werden. Um die Gebäudetechnik in diesem Bereich zu minimieren, sollen die Büros, bei Bedarf, mit den Fenstern natürlich gelüftet werden. Da die Bauteilkühlung für optimale Wärmeabfuhr sorgt, ist in diesen Bereichen auch keine Nachtlüftung erforderlich. Optional können Büros mit besonders hohen Ansprüchen an das Raumklima mit dezentralen Raumklimasystemen ausgestattet werden. Diese Raumklimasysteme können in die Fassade integriert werden und ermöglichen eine Be- und Entlüftung des Raumes mit Wärmerückgewinnung, sowie eine Heiz- und Kühlfunktion. Die Geräte sind modular ausbaubar und LON-fähig.

SANITÄRTECHNIK
Die Trinkwasserversorgung erfolgt über das städtische Wasserversorgungsnetz. Die Schmutzwasserentsorgung erfolgt über das Kanalsystem der Stadt Bielefeld. Die anfallenden Dachwässer werden vor der Ableitung in einer Regenwasserzisterne gesammelt. Das Regenwasser wird gefiltert, bei Bedarf entkeimt, und in einem eigenen Nutzwassersystem für die Wasserversorgung der WC-Anlagen und die Freiflächenbewässerung verwendet. Entsprechend der vorliegenden Trinkwasserqualität werden Wasseraufbereitungen nach Erfordernis (Heizungswasseraufbereitung, Kühlwasseraufbereitung, Warmwasserbereitung, Reinstwasser für Labors, etc.) vorgesehen. Die einzelnen Sanitärräume sollen mit vorgefertigten Installationselementen hergestellt werden, um eine optimale Fertigungsqualität zu gewährleisten. Verteil- und Sammelleitungen: Die Verteilleitungen für die Wasserversorgungen und die Sammelleitungen für die Schmutz- und Dachwässer befinden sich im Wesentlichen im Bereich der Sanitärgruppen und Liftkerne.

TGAALLGEMEINE RAHMENPARAMETER
Um eine sommerliche Überwärmung zu verhindern, ist es notwendig, hochwertige, automatisch gesteuerte Verschattungssysteme einzusetzen. Basis für eine gute Betriebskostensteuerung bildet ein Mess- und Zählkonzept. Die Medien werden ggfs. nach Nutzungsbereichen getrennt erfasst. Nutzung aktiver Solarsysteme – Photovoltaik – wird am Dach der Bauteile vorgesehen.

ELEKTROTECHNIK
Energieerzeugung: Es werden für die Energieversorgung zwei Trafostationen eingeplant, damit auf Grund der Gebäudegröße und der hohen Leistungsanforderungen der einzelnen Nutzerbereiche eine verlustoptimierte Versorgung, d.h. möglichst kurze Anbindung der Hauptverteilungen möglich werden. Je Trafostation werden 2 Trafos á 1.000 MVA und die MS-Schaltanlage eingeplant. Für die Netzersatzversorgung (SV) werden 2 Netzersatzanlagen im UG1 untergebracht. Für die zusätzliche Sicherheitsstromversorgung empfiehlt sich auf Grund der zu erwartenden Leistungsanforderungen und unter Betrachtung der LCC (Lebenszykluskosten) der Einsatz eines Rot.ZSV-Aggregats mit ca. 200 kVA. Elektro – Verteileinrichtungen: Ebenfalls je Versorgungsknoten wird eine Niederspannungshauptverteilung errichtet. Von diesen werden die Stockwerksverteiler sowie die E-Verteiler für die TGA-Anlagen versorgt. Die Verteilerfelder der Netze werden in eigenen Räumen untergebracht, die bestmöglich den Funktionsbereichen als auch den Brandabschnitten zugeordnet sind. Die Installation erfolgt in an die baulichen und nutzerspezifischen Anforderungen abgestimmten Systemen. Auf eine getrennte Installation Netz, USV, EDV, Brandmeldeanlage und Schwachstrom wird besonderer Wert gelegt. Tageslicht / Kunstlicht: In den Bauteilen soll der Energieeinsatz für Kunstlicht am Tag möglichst gering gehalten werden. Die Arbeitsplatzleuchte bringt die lt. Norm geforderten Werte im Bereich der Arbeitsplätze. Für die Grundbeleuchtung bzw. die Zonenbeleuchtung in Großraumbüros werden in Abstimmung mit der Architektur und Einrichtung Zusatzleuchten situiert. Zusätzlich sind die Seminar- und Übungsräume und ggfs. auch Büros mit Bewegungs- und Helligkeitssensoren ausgestattet, die eine Freigabe und Anpassung der Kunstlichtsituation an das Tageslicht ermöglichen. Für die Notbeleuchtung werden Leuchten mit LED´s eingesetzt; zentrales Management. Sicherheitstechnik: Für eine gesicherte und optimierte Betriebsführung ist eine Aufschaltung der Sicherheitsanlagen wie BMA, Zutritt, Videoüberwachung auf ein Sicherheitsmanagementsystem (im Betriebsleitstand) geplant. Für das Gebäude ist eine Brandmeldeanlage lt. TRVB in Vollschutz vorzusehen. Die Melderarten richten sich nach den Nutzungsvorgaben in den Räumen. Im Vordergrund steht die Überlegung, die gewünschten Sicherheitsbereiche durch bauliche Maßnahmen herbeizuführen (LCC!). Darüber hinausgehend sind technische Sicherheitssysteme vorzusehen. Für die weiteren Systeme wie Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, Buchsicherungssystem f. Bibliothek, ggfs. Einbruchsmeldeanlagen ist eine enge Verzahnung mit den Nutzeranforderungen vorzusehen. IT-Netzwerk und TK-Anlage: Für die IT wird ein Backbone-Netzwerk mit LWL zu den EDV-Verteilern in den Stockwerksbereichen ausgeführt. Von dort führt eine strukturierte Verkabelung zu den Arbeitsplätzen bzw. W-LAN-Sendern. Die erforderlichen Kommunikationssysteme (Telefone, W-LAN-Handy, ...) verwenden dieselbe Netzwerkstruktur.

MEDIENTECHNIK
Auditorium, Hörsäle: Für die Projektion werden leistungsstarke Beamer für tageslichttaugliche Vortragssituationen eingeplant. Die zentrale Mediensteuerung über Touch-Screen gewährleistet eine zuverlässige und stressfreie Bedienung der Anlagen. Die Beschallung wird mit Focus auf die Sprachverständlichkeit geplant und daher mit Lautsprechersystemen mit gerichteter Abstrahlcharakteristik gearbeitet. Seminar- und Übungsräume: Hier wird eine nutzerspezifische, einheitliche Lösung angestrebt: sämtliche Beamer sind über TCP/IP vernetzt verbunden, damit eine optimierte, zentrale Überwachung / Wartung möglich ist. Eine robuste, kombinierte Bedien- und Anschlusskonsole wird im Bereich des Vortragenden ausgeführt. Buchungssystem: Über ein vernetztes Online-Buchungssystem werden die Hörsäle und Seminarräume vorbelegt. Dieses System hilft einerseits bei der Abwicklung der Organisation (Belegungen, Leit- und Orientierungssystem, optional elektronische Türbeschilderung) und ermöglicht andererseits den TGA-Gewerken eine gezielte Steuerung der Raumklimazustände.

GEBÄUDELEITTECHNIK (GLT), MESS- STEUER- UND REGELUNGSTECHNIK
Feld- und Automationsebene: Die Automationsebene und Feldebene wird in Bus-Technologie geplant. Hier werden sämtliche Feldgeräte (auch für das Gewerk Elektro wie z.B. Jalousiensteuerungen, Lichtsteuerungen, Medienverbrauchszähler, ...) aufgeschaltet. Informationsschwerpunkte für MSR werden für die einzelnen Technikbereiche /-zentralen umgesetzt; Automationsgeräte (DDC‘s) mit HT-E-Verteiler. Sämtliche DDC´s werden über Busleitungen verbunden und auf die GLT aufgeschaltet. Für bedarfsgerechte Steuerung von Hörsälen und Seminarräumen werden CO2-Sensoren und Präsenzmelder eingeplant, die Optimierungseingriffe in TGA-Anlagen ermöglichen. Managementebene: Die Ausstattung MSR/GLT erfolgt nach zeitgemäßen Standards unter Berücksichtigung einer hohen Verfügbarkeit und Energieeffizienz. Die Kommunikation auf der GLT erfolgt über das IT-Netzwerk mit BACnet-Protokoll, um eine offene, erweiterbare Systemtopologie zu erhalten. Die Hauptbedienung ist dem Betriebsleitstand zugeordnet. Auch hier sind Informationsverknüpfungen mit dem Sicherheitsmanagementsystem vorgesehen. Über WEB-basierende Teillizenzen können Informationen campusweit abgefragt werden.

Mitarbeiter Riepl Riepl Architekten am Entwurf:
DI Christof Pernkopf
DI Paul Wichert
DI Herbert Brunner, Mag.arch Marlen Nikolaus, DI Susanne Seyfert,Stefanie Villgrater, Mag.arch Hans Zaunrieth DI Iris Teiml (freier Mitarbeiter)

Sonderfachleute:
Akustik: Kahle Acoustics, B-1050 Bruxelles, 188 avenue Molière
Bauphysik: Wagner & Partner ZT GmbH, A-4030 Linz, Emil-Rathenau-Strasse
3 Elektro, IT- u. Medientechnik: Wagner & Partner ZT GmbH
HKLS: TB Ing. Grillenberger GmbH & Co KG, A-4320 Perg, Naarner Str. 64/2
Kostenkontrolle.: ibb Prof. Burkhart, D-80336 München, Schwanthalerstr. 73
Landschaftsplanung: DI Anna Detzlhofer, A-1070 Wien , Lindengasse
56/2/20 Renderings u. Modell: Mag.arch Josef Andraschko, A-4020 Linz,Industriezeile 36
Statik: DI Harald Weiß, A-4230 Pregarten, Bahnhofstraße 25

1