© HASCHER JEHLE Architektur . Pubblicata il 20 Maggio 2009.
Städtebau Das geplante ‚Neue Gymnasium’ bietet der Albert-Einstein-Schule und dem Gymnasium am Ostring die Chance für einen gemeinsamen modernen Schulbau auf dem Gelände des bestehenden Schulzentrums Wiemelhausen in landschaftlich reizvoller Umgebung. Der Entwurf nutzt dieses besondere landschaftliche Umfeld und setzt durch seine Form, seine Positionierung und die gezielte Integration in den gestalteten Freiraum einen markanten Bezugspunkt – eine neue Adresse für beide Schulprofile an der Querenburger Straße, ganz im Gegensatz zu den bisherigen Bauten des Schulzentrums, die zugunsten ihres internen Rasters eine netzartige, auf sich selbst bezogene Struktur aufbauen und kaum Bezug zu dieser besonderen Umgebung des geologischen Gartens aufnehmen. Das Gebäude, das von der grünen Umgebung sanft umspült wird, zeichnet sich als neue Landmarke ab – ein freigestellter Solitär im städtischen Gefüge, der sich selbstbewusst in die Umgebung integriert.
© HASCHER JEHLE Architektur . Pubblicata il 20 Maggio 2009.
Der aus zwei Ringformen gebildete Baukörper liegt dabei wie eine Insel im Freiraum, die sich nach allen Richtungen öffnet und einen bewussten Kontrapunkt zu der Gruppierung der kubischen Bestandbauten im funktionalen Stil der 1960er Jahre zum einen und der Kleinteiligkeit des angrenzenden Stadtgefüges zum anderen bildet. Die beiden freien Baukörper verschmelzen zu einer spannungsvoll bewegten Einheit mit der Landschaft des geologischen Gartens. Die dieses Naturdenkmal bestimmenden Gebirgsfaltungen und Böschungen werden in den geschwungenen Linien des Entwurfs weitergeführt und erweitern den Landschaftsraum nicht nur in Richtung des südlich angrenzenden Grundstücks sondern auch Richtung Osten, parallel zu der öffentlichen Durchwegung des Grundstücks bis an die Querenburger Straße. Die wichtige stadtteilbezogene Ost-West-Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer wird somit gestärkt und trägt zu einem dichten Netz an Wegen und der Anbindung des Geologischen Gartens bei.
© HASCHER JEHLE Architektur . Pubblicata il 20 Maggio 2009.
Die Freiflächengestaltung unterstützt somit das Zusammenfließen der Bereiche und Außenräume. Die selbstverständlich in die geschwungenen Formen übertragenen Höhenstaffelungen und das Spiel unterschiedlicher Flächen bewirken das harmonisches Gesamtbild und die nahtlose Einfügung in die Umgebung. Gleichzeitig erfahren die Freibereiche eine Gliederung und werden zu differenzierten Pausenflächen für die Schüler. Die im östlichen Gartenhof gelegene Wasserfläche trägt nicht nur positiv zur Aufenthaltsqualität bei, sondern schafft nach dem Wirkungsprinzip der adiabaten Kühlung in den Sommermonaten durch die auftretende Verdunstungskälte ein angenehmes Mikroklima.
© HASCHER JEHLE Architektur . Pubblicata il 20 Maggio 2009.
FUNKTION Der Haupteingang liegt auf der wichtigen Seite, zur Querenburger Straße orientiert und lädt mit transparenter Geste in das Neue Gymnasium ein. Er führt direkt in die großzügige, zentrale Eingangshalle des kleineren Rings an der Querenburger Straße, der sich licht und offen präsentiert und zum Zentrum der Anlage wird. Die freien Durchblicke ermöglichen bereits beim Betreten des Gebäudes die Wahrnehmung des Ganzen und die schnelle Orientierung. Flankierend und flexibel zuschaltbar liegen um diesen freien Raum die zentralen Funktionen wie die Aula, die Mensa sowie das Schülercafe und ermöglichen die selbstverständliche Verknüpfung der einzelnen Bereiche zu einem hochattraktiven Eventbereich mit einer große Bandbreite an Bespielungsvarianten und orientiert sich so mit diesen Funktionen auch zur benachbarten Hans-Böckler-Realschule. Nach Osten öffnet sich der Raum zu der begrünten Außenfläche in der Mitte des zweiten Ringes. Das über alle Geschosse zusammenhängende Raumkontinuum mit seinen Galerien und vielfältigen Blickbeziehungen steht damit in angenehmem Gegensatz zu der oft üblichen, rein funktionalen Atmosphäre vieler Schulen und fördert neben einer leichten Orientierung insbesondere die interne Kommunikation und Identifikation der Schüler mit Ihrer Schule. Neben den sanft geschwungenen Wänden, die sich konsequent durch das ganze Haus ziehen, trägt auch die Modulation des Bodens mit Podesten in der Mensa, die die Aussenraumgestaltung weiterzeichnet, zum dynamischen Raumeindruck bei. Seitlich vom Haupteingang – gut sichtbar platziert – befinden sich das Hausmeisterbüro und das Schülercafe. Ein zweiter nach Süden orientierter Zugang erlaubt die Anbindung vom Parkplatz kommend sowie die Anlieferung.
© HASCHER JEHLE Architektur . Pubblicata il 20 Maggio 2009.
Im östlichen ruhigeren Bereich des Erdgeschosses sind weitere zentrale Funktionen wie der Ruhebereich, die Ganztagesbetreuung sowie Mehrzweckräume, die flexibel gehalten sind und somit die temporäre Nutzung für den Schüleraustausch im Rahmen des Europaschulen-Programms ermöglichen. Weiter sind die Fachräume für Musik störungsfrei zum ruhigen offenen Innenhof hin angeordnet und ermöglichen durch ihre räumliche Nähe zur Aula deren schnelle Erreichbarkeit. Mit direktem Außenbezug liegen die Kunsträume auf der Ostseite des Gebäudes, orientiert zu einer vorgelagerten bespielbaren Freifläche.
© HASCHER JEHLE Architektur . Pubblicata il 20 Maggio 2009.
Die großzügige Treppenskulptur im Schnittpunkt der beiden Ringe und somit im Zentrum der Anlage erschließt das ganze Gebäude auf kurzem und attraktiven Weg. Zwei Aufzüge sind diesem zentralen Punkt als schnelle, behindertengerechte Verbindung und zum Lastentransport zugeordnet. Im ersten Obergeschoss sind die weiteren Gemeinschaftsfunktionen wie die Bibliothek und das Selbstlernzentrum und die Verwaltung in direkter Nähe zum Haupteingang angeordnet. Den Bereichen vorgelagert zum Atrium hin bieten ausschwingende Galerieflächen zusätzliche Arbeits- und Kommunikationszonen. Die Verteilung und Anordnung der Klassen- und der Fachräume ist klar gegliedert und eindeutig nach deren internen Bezügen gestaffelt. Die Klassenräume der Sekundarstufe I gruppieren sich im ersten Obergeschoss um den östlichen Gartenhof und –räumlich davon getrennt- im zweiten Obergeschoss die Sekundarstufe II. Die Fachbereiche der Biologie, Chemie und Physik sind in direkter räumlicher Nachbarschaft um das Atrium im zweiten Obergeschoss angeordnet. Die Form des Neubaus ermöglicht trotz einer hohen Kompaktheit ein Höchstmaß an außenliegenden Belichtungsflächen mit Ausblicken für alle Räume. Die Ausrichtung eines Großteils der Räume nach Süden begünstig darüber hinaus die passive Solarnutzung. Die Fach- und Klassenräume selbst sind rechtwinklig, lassen sich frei nutzen, vielfältig möblieren, auch unterteilen und zusammenfassen zu größeren und kleineren Räumen. Die gewählte Positionierung des Neubaus lässt die angedachte vorübergehend Nutzung des Gebäude des Ottilie-Schönewald-Weiterbildungskollegs für die Schüler/innen der Hans-Böckler-Realschule, bzw. der Gymnasien auch während der Bauphase zu und trägt dadurch zu einem reibungslosen Bauablauf bei.
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